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In ein breit diversifiziertes Depot gehören auch Schweizer Aktien. DER AKTIONÄR hat vier chancenreiche Titel aus dem Land der Eidgenossen unter die Lupe genommen. Bei Swiss Re laufen die Geschäfte gut: Im ersten Halbjahr 2006 hat der 1863 in Zürich gegründete Rückversicherer den Nettogewinn um 16 Prozent auf 1,57 Milliarden Schweizer Franken gesteigert.

In ein breit diversifiziertes Depot gehören auch Schweizer Aktien. DER AKTIONÄR hat vier chancenreiche Titel aus dem Land der Eidgenossen unter die Lupe genommen.

Swiss Re und Novartis

Die Geschäfte laufen gut bei der Swiss Re: Im ersten Halbjahr 2006 hat der 1863 in Zürich gegründete Rückversicherer den Nettogewinn um 16 Prozent auf 1,57 Milliarden Schweizer Franken gesteigert. Analysten erwarten bei der Swiss Re auch 2007 ein solides Wachstum und begründen dies mit der Übernahme der Rückversicherungssparte von General Electric Anfang Juni. Durch diesen 7,4 Milliarden Dollar teuren Zukauf ist die Swiss Re zum weltweiten Branchenprimus aufgestiegen. Mit einer Präsenz in 30 Ländern ist die Swiss Re international sehr gut positioniert. Infolgedessen dürfte sie zukünftig wesentlich stärker als die Rückversicherungsbranche wachsen. Bezüglich der Zukunft dieser Branche sind Experten optimistisch. Sie begründen dies mit dem zunehmenden Risiko für verheerende Naturkatastrophen. Eine realistische Prognose: Forscher erwarten infolge der Erderwärmung vor allem in den USA weitere Umweltkatastrophen. Daraus resultieren schwer kalkulierbare Risiken, die sich auch bei der Swiss Re in deutlich steigenden Rückversicherungsprämien niederschlagen dürften. Neben Prämienanhebungen dürften bei dem Schweizer Rückversicherungsriesen im nächsten Jahr auch Kosteneinsparungen zu steigenden Gewinnen führen. Schließlich will die Swiss Re zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zum Zwecke der Effizienzsteigerung bis Ende 2007 bis zu 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Aufgrund der guten Chancen für weitere Gewinnsteigerungen ist die Aktie der Swiss Re mit einem 2007er-KGV von 9 ein interessantes Basisinvestment für konservative Börsianer.

Anleger, die sich im Pharmasektor engagieren wollen, kommen an Novartis nicht vorbei. Der Schweizer Pharmakonzern ist weltweit in mehr als 140 Ländern aktiv und verfügt sowohl bei patentgeschützten Medikamenten als auch bei Generika über eine führende Marktstellung. Im ersten Halbjahr 2006 steigerte Novartis den Konzernumsatz um 15 Prozent auf 17,5 Milliarden Dollar. Der Reingewinn kletterte sogar um 17 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Jahresüberschuss mit neuen Rekordwerten. Mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar zählte das Medikament Gleevec im ersten Halbjahr bei Novartis zu den Blockbustern. Auch in Zukunft dürften mit dem Krebsmittel stattliche Umsatzerlöse erwirtschaftet werden. Darüber hinaus sprechen auch das Impfstoffgeschäft und die dynamisch wachsende Generikasparte für Novartis. Fundamental ist somit alles im grünen Bereich, weshalb mittel- bis langfristig orientierte Anleger einsteigen können.

New Value und Unaxis Holding

Die Beachtung von ethischen Grundsätzen und die Erzielung von respektablen Gewinnen sind gemäß weitläufigen Meinungen zwei Ziele, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Dass es doch geht, beweist die New Value AG. Die Schweizer Private-Equity-Gesellschaft verfolgt eine auf ethischen Prinzipien basierende Investitionsstrategie und erzielte im Geschäftsjahr 2005/06 einen Reingewinn von 8,04 Millionen Schweizer Franken. Für die Bewertung des Anteilscheins der New Value AG spielt in erster Linie der Net Asset Value (NAV) eine wichtige Rolle. Ein erstes Kaufargument ist der Umstand, dass das Papier unter dem aktuellen NAV von 17,53 Schweizer Franken je Aktie notiert. Sehr interessant ist zudem, dass sich derzeit drei Gesellschaften aus dem Portfolio der New Value AG im letzten Entwicklungsstadium vor dem Gang an die Börse beziehungsweise einem Verkauf an strategische Partner befinden. Des Weiteren sind der Gesellschaft im Mai im Rahmen einer Kapitalerhöhung rund 20 Millionen Schweizer Franken zugeflossen. Innerhalb von ein bis zwei Jahren sollen die frischen Mittel in kleine und mittelgroße Wachstumsunternehmen mit berdurchschnittlichen Wertsteigerungspotenzialen investiert werden. Langfristig sollte diese Strategie den NAV signifikant nach oben hieven. Angesichts dieser Perspektiven ist die Aktie der New Value AG ein chancenreicher Private-Equity-Titel.

Verluste sind bei der Unaxis Holding inzwischen Schnee von gestern. Der Anbieter von Produktionssystemen und Dienstleistungen für ausgewählte Marktsegmente der Informations-Technologie steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2006 um zwölf Prozent auf 789,2 Millionen Schweizer Franken und erzielte dabei einen Gewinn von 117,9 Millionen Franken. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum ist noch ein Verlust von 117 Millionen Franken angefallen. Die guten Halbjahreszahlen zeigen, dass bei Unaxis 2005 mit der Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder Dünnfilm-Beschichtung, Vakuumtechnologie und das Komponentengeschäft eine sinnvolle Strategie gewählt wurde. Positiv zu werten ist die im Branchenvergleich verhältnismäßig hohe Nettogewinnmarge von rund 15 Prozent und die gute Marktstellung des Mischkonzerns. Da das zweite Halbjahr bei Unaxis traditionell stärker als das erste ausfällt, dürften die Zahlen für das Gesamtjahr voraussichtlich sehr erfreulich ausfallen. Aber auch die langfristigen Aussichten sind ausgezeichnet. Unaxis will in Zukunft bedeutsame Produktinnovationen auf den Markt bringen und zudem gezielt Akquisitionen durchführen, um das Unternehmenswachstum zu forcieren. Spekulative Anleger können sich einige Unaxis-Aktien ins Depot legen.

Für jeden Anlegertyp ist etwas dabei

Während die Anteilscheine von Swiss Re und Novartis auch für konservative Börsianer als Basisinvestments in Frage kommen, sollten bei Unaxis nur spekulative Naturen zugreifen. Für Private-Equity-Fans ist hingegen die Aktie von New Value hochinteressant. Letztere ist jedoch sehr markteng und sollte deshalb unbedingt limitiert geordert werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 37/2006.

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