DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Schwarzer Montag: DAX deutlich unter 10.000 Punkte - droht ein Crash?

Panik an den Aktienmärkten: Der Shanghai Composite setzt seine Talfahrt nahezu ungebremst fort. Mit dem größten Tagesverlust seit 2007 zieht der Index auch die westlichen Börsen noch tiefer in den Keller. Der DAX wird im frühen Handel rund drei Prozent schwächer bei 9.800 Punkten gesehen.

Grund der jüngsten Kursturbulenzen sind Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft und die Konsequenzen für die Weltkonjunktur. Auch ein Medienbericht über die Vorbereitung konjunktureller Stützungsmaßnahmen durch die chinesische Zentralbank konnte die jüngste Talfahrt nicht stoppen. Der Hang-Seng-Index in Hongkong, wo auch ausländische Investoren uneingeschränkt handeln können, fiel zuletzt um viereinhalb Prozent. Der CSI 300 mit den 300 größten Unternehmen vom Festland rutschte um fast acht Prozent ab.

Aber auch die Unklarheiten um den Zeitpunkt der Zinswende in den USA drücken auf die Stimmung. Zudem lastet der im Vergleich zum US-Dollar weiter starke Euro auf dem deutschen Aktienmarkt. Dies macht Waren der deutschen Exportwirtschaft außerhalb der Eurozone teurer, was den Absatz belasten kann.

In diesem Umfeld werden die Anleger diese Woche Wirtschaftsdaten besonders genau im Auge behalten. Am Montag gibt es aber zunächst wenig Orientierung von dieser Seite. Im Wochenverlauf richten die Blicke dann auf von der EU erhobene Zahlen zur Wirtschaftsstimmung. In Deutschland steht das Geschäftsklima des Ifo-Instituts auf der Agenda. In den USA steht die neue Schätzung zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal im Mittelpunkt des Interesses.

Mit Blick auf die Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage eher dünn. Alle 30 DAX-Werte werden mit deutlichen Verlusten erwartet. Die heimischen Indizes sind gegenüber dem Rekordhoch aus dem Frühjahr bereits rund 20 Prozent eingebrochen. Nun droht eine Ausweitung der Korrektur. Aus charttechnischer Sicht hat der DAX die Unterstützungszone zwischen 10.050 und 9.800 Punkte bereits erreicht. Gelingt die Verteidigung dieser Zone nicht, muss mit einem Rutsch bis 8.900 Punkte gerechnet werden. Auf Basis einer erst am Anfang stehenden Abwärtsbewegung am US-Aktienmarkt und dem ungünstigen zyklischen Ausblick der traditionell schwachen Aktienmonate August und September verbleiben weitergehende Kursrückschlagsrisiken. Mit DAX-Long-Position sollten sich Anleger daher vorerst zurückhalten. Mehr zu diesem Thema sehen Sie im täglichen DAX-Check bei www.daf.fm oder lesen Sie an dieser Stelle.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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