- DER AKTIONÄR

Schwarze Früchtchen

Nach den Zahlen für das zweite Quartal hat die Aktie des US-Kaffeerösters Green Mountain Coffee Roasters einen ordentlichen Satz gemacht. Das nachhaltige Geschäftsmodell sorgt für den richtigen Kick. Dabei hält sich Green Mountain an die Prinzipien des ökologischen Landbaus.

Nach den Zahlen für das zweite Quartal hat die Aktie des US-Kaffeerösters Green Mountain Coffee Roasters einen ordentlichen Satz gemacht. Das nachhaltige Geschäftsmodell sorgt für den richtigen Kick.

Von Ingo Hübner

Da lacht das Kaffeetrinkerherz: Dem US-Kaffeeröster Green Mountain Coffee Roasters ist es im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 nicht nur gelungen, Umsatz- und Gewinn nach oben zu schrauben, das Unternehmen profitiert auch von seiner zunehmenden Bekanntheit. Aber der Reihe nach: Green Mountain röstet und verkauft überwiegend Kaffee, der entweder das Fair-Trade-Label trägt oder nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus angebaut wird. Seit dem Siegeszug der Biolebensmittelkette Whole Foods Market in den USA ist klar, dass sich mit dieser Plakette gutes Geld verdienen lässt. In den letzten Jahren hat Green Mountain Umsatz und Ertrag kontinuierlich gesteigert und daneben an der Stärkung seines Markennamens gefeilt. Dabei setzt Green Mountain auf starke Partner wie etwa den Ölmulti ExxonMobile. Im Januar erst hat man das seit vier Jahren bestehende Vertriebsabkommen mit ExxonMobile verlängert. Mittlerweile verkauft Green Mountain seinen Kaffee in über 1.100 Shops, die ExxonMobile rund um seine Tankstellen in den USA betreibt.

Fair Trade ist "in"

Der "Fair-Trade-Gedanke" zahlt sich aus: Neben einer 19-prozentigen Umsatzsteigerung auf 37 Millionen Dollar ist der Gewinn im zweiten Quartal um annähernd 50 Prozent auf zwei Millionen Dollar gestiegen - und das, obwohl das Unternehmen in den vergangenen Monaten wegen der steigenden Kosten für Rohstoffe gleich zweimal die Preise für seinen Kaffee anheben musste. Knapp 60 Prozent seines Umsatzes erzielt Green Mountain bereits außerhalb von New England, wo die Firma beheimatet ist; und das am schnellsten wachsende Segment ist der Fair-Trade-Kaffee. Mit der Fair-Trade-Plakette werden nur Produkte ausgezeichnet, bei denen die Handelspartner, in diesem Falle die Kaffeebauern, unter fairen Bedingungen arbeiten können und gerechte Löhne erhalten. Und das lockt eben die Kundschaft an.

Ins Schwarze getroffen

Green Mountain Coffe Roasters profitiert zweifach: Zum einen dürfte die Rückbesinnung der Konsumenten auf Biolebensmittel dem Konzern für die Zukunft noch mehr Rückenwind geben. Denn während die konventionelle Lebensmittelbranche jährliche Wachstumsraten von etwa vier Prozent verzeichnet, bescheinigen Experten dem Segment der Biolebensmittel Raten zwischen acht und 15 Prozent. Zum anderen achten die Verbraucher offenbar immer mehr auf sozial vorbildliche Unternehmen und deren Produkte. Wer sich das Papier bereits nach der Empfehlung in Ausgabe 2/2004 beim Kurs von 17,95 Euro ins Depot gelegt hat, kann sich bereits über ein ordentliches Kursplus freuen, aber auch jetzt ist es für den langfristig orientierten Anleger noch nicht zu spät.

Green Mountain Coffee Roasters

 

ISIN US3931221069
Kurs am 27.05.2005 26,50 €
Empfehlungskurs 24,50 €
Ziel 33,00 €
Stopp 19,50 €
KGV 06e 20
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR 22/05

 

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