- DER AKTIONÄR

Schulthess - Energietankstelle Erde

Was tun bei steigenden Öl- und Gaspreisen? Die Schweizer Schulthess Group hat die passende Antwort. Das Unternehmen stellt unter anderem Wärmepumpen her, die bei jedem Wetter Energie aus dem warmen Erdinneren oder auch aus der Luft ziehen.

Was tun bei steigenden Öl- und Gaspreisen? Die Schweizer Schulthess Group hat die passende Antwort. Das Unternehmen stellt unter anderem Wärmepumpen her, die bei jedem Wetter Energie aus dem warmen Erdinneren oder auch aus der Luft ziehen.

Von Florian Söllner

Der Red-Bull-Effekt dürfte der Schulthess Group weiter Flügel verleihen. Damit ist der Wachstums-Schub gemeint, den Firmen wie auch Betandwin erfahren haben, als sie ihr bereits im kleineren Heimatmarkt erfolgreiches Geschäftsmodell auf den vielfach größeren, aber zugleich fast identischen deutschen Markt übertrugen. In diesem Fall erfolgt die Markteroberung nicht aus Österreich, sondern aus der Schweiz. Nicht erst seitdem die große Koalition aus Union und SPD durchblicken lässt, verstärkt auch die Erdwärme-Gewinnung zu fördern, setzen immer mehr Deutsche auf so genannte Wärmepumpen. Während in der Schweiz bereits 60 Prozent der Neubauten damit Heizkosten sparen, wird in Deutschland bei weniger als zehn Prozent der neuen Häuser auf die Wärme- und Energiegewinnung aus der Luft und der Erde gesetzt.

Das Nachholpotenzial ist immens. Und Schulthess-Chef Rudolf Kägi ließ im Gespräch mit dem "aktionär" seine Ambitionen durchblicken: "Wir werden hier ein bedeutendes Wörtchen mitreden".

Übernahme steht an

Die deutsche Tochter Alpha-Innotec, einer der führenden europäischen Hersteller von Wärmepumpen, arbeite bereits jetzt hart an der Kapazitätsgrenze. Kägi verriet, daß ein zweites Werk bereits in Planung sei. Zudem fädelt er "sehr aktuell" eine deutsche Übernahme in der Größenordnung von 40 Millionen Schweizer Franken ein.

22 Prozent Wachstum

Lange war die Produktion von Waschmaschinen das Hauptgeschäft der Schulthess Group. Doch zuletzt trug die innovative Wärmetechnik-Sparte bereits 30 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Kurz bis mittelfristig dürfte diese Quote auf über 50 Prozent ansteigen. Einerseits durch die angekündigten Akquisitionen und andererseits durch das rasante operative Wachstum von über 20 Prozent. "Aktuell verzeichnen wir eine außerordentlich starke Nachfrage", so Kägi. 2004 wurden 167 Millionen CHF erlöst und ein Nettogewinn von 16,2 Millionen erzielt. Die Ziele, dieses Jahr den Umsatz um fünf Prozent zu steigern und eine Gewinnmarge von neun Prozent zu erreichen, würden übertroffen.

Der "Red-Bull-Effekt"

Das Tor nach Deutschland wird gerade erst richtig aufgestoßen. Daher sollten sich Anleger auch nicht durch den steilen Aktienchart abschrecken lassen. Angesichts der hochprofitablen und diversifizierten Produktpalette ist die Schulthess-Aktie eine seriöse und defensive Aktie, der jedoch durch den "Red-Bull-Effekt" Beine gemacht wird. Liquider Handel findet in Zürich statt.

Artikel aus DER AKTIONÄR (48/05).

 

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