DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Schuldenkrise, Rezession, Depression ... wie geht es weiter?

Schwache Wirtschaftsdaten aus den USA schicken die Börsen weltweit auf Talfahrt. Der DAX gerät weiter unter Druck, das von Börsianern so gefürchtete R-Wort macht die Runde: Rezession. Nur drei Jahre nach der Lehman-Krise droht der Weltwirtschaft erneut ein Abschwung. Normalität wird wohl so schnell nicht einkehren an den Märkten. Dennoch sehen Experten einen Silberstreif am Horizont.

Rezessionssorgen sind es, die die Börsianer in diesen Tagen umtreiben. Kein Wunder: Das Vertrauen der Anleger in die Schuldenpolitik der Staaten und der Entwicklung der Weltwirtschaft ist derzeit nicht wirklich groß. Gestern sorgten schwache US-Konjunkturdaten für eine erneute Beschleunigung der Abwärtsbewegung. Die US-Börsen schlossen im tiefroten Bereich. In Asien fielen die Verluste dagegen moderat aus. Dennoch setzt der DAX seine Talfahrt am Freitag fort. Das Kaufinteresse vom Wochenbeginn durch Schnäppchenjäger und Deckungskäufe ist wieder verschwunden. "Vor dem Wochenende dürften Investoren weitere Positionen glattstellen", so die Prognose eines Händlers. Richtungsweisende Konjunkturdaten stehen heute dagegen keine mehr auf der Agenda. Bei einem Stundenschlusskurs unter dem Jahrestief bei 5.487 Punkten sollte sich die Talfahrt fortsetzen. Die wichtigsten charttechnischen Marken für den DAX finden Sie hier.

Nicht nur sparen

"Es bleibt unsicher mit Blick auf die Politik in den USA und der Eurozone, weil die wirklich nötigen harten Schritte, die sich eben nicht nur um die Schuldenverwaltung drehen, sondern den Wachstumseffekt beinhalten, nicht klar getroffen werden", fasst Robert Halver, Kapitalmarktexperte von der Baader Bank die Situation zusammen. "Womit wollen die USA und die Länder der Eurozone zukünftig Geld verdienen, um ihre Schulden zu bezahlen?", lautet seine Frage. "Das reine Kaputtsparen ist nicht erfolgreich. Und anschließend Deutschland als letzten Rettungsanker zu sehen, ist auch für deutsche Anleger nicht befriedigend".

Wachstumsraten ziehen wieder an

Aber der Stratege erkennt auch die positiven Seiten: "Der fundamentale Blick auf die Unternehmen, die alles andere als teuer bewertet sind und eine Weltwirtschaft, die immer noch mit vier Prozent wachsen soll, sind deutliche Pro-Argumente", erklärt Halver. Auch Tobias Basse von der Nord/LB sieht einen Silberstreif am Horizont. "Ich glaube, dass belastende Sonderfaktoren wie das schlechte Wetter und die Atomkatastrophe in Japan maßgeblich für die konjunkturelle Schwäche im zweiten Quartal mitverantwortlich waren", so der Stratege weiter. Vor diesem Hintergrund erwartet er, dass die Wachstumsraten in den USA im dritten und vierten Quartal wieder deutlich anziehen werden.

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