Infineon
- DER AKTIONÄR

Schreckgespenst?

Es wird gemunkelt, dass in jüngster Vergangenheit Private-Equity-Gesellschaften Interesse an Infineon bekundet hätten. Ein hochrangiger Manager des Halbleiterproduzenten bestätigte dies zwar – ein Unternehmenssprecher hingegen wies die Behauptung zurück. Dennoch hat die Nachricht für Aufsehen gesorgt, denn Infineon wäre nicht der erste DAX-Konzern, bei dem private Investoren das Ruder übernehmen und "Aufräumarbeit" leisten.

Infineon ist angeblich ins Visier von Private-Equity-Firmen geraten. Für investierte Anleger ist dies kein Grund zur Beunruhigung.

Es wird gemunkelt, dass in jüngster Vergangenheit Private-Equity-Gesellschaften Interesse an Infineon bekundet hätten. Ein hochrangiger Manager des Halbleiterproduzenten bestätigte dies zwar – ein Unternehmenssprecher hingegen wies die Behauptung zurück. Dennoch hat die Nachricht für Aufsehen gesorgt, denn Infineon wäre nicht der erste DAX-Konzern, bei dem private Investoren das Ruder übernehmen und „Aufräumarbeit“ leisten. Zwar würde dem Konzern frischer Wind gut tun, doch das Management um den Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Ziebart ist strikt dagegen. Nun spekulieren einige Marktteilnehmer auf eine feindliche Übernahme – den Aktienkurs hatte das jedoch wenig beeinflusst.

Push durch Aufträge

Für weit mehr Furore sorgte ein neuer Vertrag mit Nokia: Die Finnen orderten Chip-Plattformen für ihre neuen Einsteiger-Handymodelle, die ab 2008 auf den Markt kommen sollen. Der betroffene Bereich für Wireless-Lösungen bei Infineon steckt bislang in den Miesen und knabbert nach wie vor am Wegfall von Großkunde BenQ. Der Vertrag mit dem weltgrößten Handyhersteller könnte nun als Initialzündung dienen und weitere Kunden anlocken. Mastercard orderte bei den Bayern fast zeitgleich Sicherheitschips mit kontaktloser Schnittstelle für neue Bezahlkarten. Diese sollen ohne das umständliche Einführen der Karten in ein Lesegerät funktionieren und unter anderem in den USA ausgegeben werden.

Geldregen?

Bereits im vergangenen Jahr haben die Münchener das zyklische Speicherchipgeschäft ausgelagert und unter dem Namen Qimonda an die New Yorker Börse gebracht. Nun könnte die Beteiligung von 85 Prozent für einen Geldregen bei der Mutter sorgen, denn die Haltefrist lief am 14. Februar aus. Trennt sich Infineon von den Papieren, könnten mehr als 3,3 Milliarden Euro in die Kriegskasse sprudeln – allerdings ist Eile geboten, da der Qimonda-Kurs seit Dezember 2006 bereits mehr als ein Fünftel an Boden verloren hat.

Safety first?

Seit der Erstempfehlung des AKTIONÄRS Mitte 2005 hat die Infineon-Aktie fast 75 Prozent zugelegt – das neue Kursziel wird bei 16 Euro festgelegt. Wer es defensiver mag, greift zu einem Discount-Zertifikat. Selbst stagnierende Kurse bringen hier Gewinne.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 09/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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