- DER AKTIONÄR

Schneekönig

Kässbohrer Pistenbullys klettern auf jeden Berg, die Gewinne erklimmen neue Höhen. Aufhorchen lässt auch die Aktionärsstruktur. Auf dem aktuellen Niveau ist das Papier ein Kauf.

Kässbohrer Pistenbullys klettern auf jeden Berg, die Gewinne erklimmen neue Höhen. Aufhorchen lässt auch die Aktionärsstruktur. Auf dem aktuellen Niveau ist das Papier ein Kauf.

Von Florian Söllner

Es ist einsam an der Spitze. Ganz besonders wenn sich diese hoch oben auf verschneiten Bergwipfeln befindet. Kässbohrer Pistenraupen und Loipenfahrzeuge treffen beim Präparieren der Pisten selten auf Konkurrenz: Bei einem weltweiten Marktanteil von über 50 Prozent kein Wunder.

Freuen konnte sich der Schneekönig in den letzten Jahren auch über besonders weiße Winter. Um den Schnee- und Menschenmassen Herr zu werden, wühlten sich mehr Kässbohrer-Fahrzeuge durch die Gebirge als jemals zuvor. In den sechs Monaten Oktober 2004 bis März 2005 kletterten die Erlöse von guten 126 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 138 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss wurde sogar von 16,9 auf 19,6 Millionen Euro hochgeschraubt.

Übernahme-Fantasie

Doch nicht nur aus fundamentalen Gründen ist Kässbohrer einen Blick wert. Auch die Aktionärsstruktur lässt aufhorchen: Die Kontrollmehrheit besitzt die Unternehmensfamilie Merckle (Ratiopharm), welche erst vor wenigen Tagen ein 20 Prozent über dem Kurs liegendes Übernahmeangebot für HeidelbergCement abgegeben hatte. Bereits 2004 hatte Großaktionär Adolf Merckle die Führungsspitze beim Mdax-Konzern ausgetauscht. Interessante Parallele: Ende 2003 wurde auch der damalige Kässbohrer-Chef Karl Knab ersetzt.

Sicherer Aufstieg

Wenn Pistenbullys den Berg nach oben klettern, verhindern breite Schneeketten aus Gummi oder Aluminium, dass die Fahrzeuge Bodenhaftung verlieren und rückwärts den Hang nach unten purzeln. Auch die Kässbohrer-Aktie ist beim Erklimmen neuer Höhen durch eine bodenständige Bewertung gegen Abstürze abgesichert. Das Geschäftsjahr 2004/05 soll inklusive des traditionell schwachen Sommerhalbjahres einen Jahresüberschuss von zehn Millionen Euro bringen. der aktionär rechnet aufgrund der Dollarentwicklung und der zuletzt erfreulichen Entwicklung mit 11 Millionen Euro. 2005/06 ist bei gutem Wetter ein Gewinn von 14 Millionen Euro möglich, was ein KGV von 7 bedeuten würde.

Gut und günstig

Mit der Kässbohrer-Aktie erwirbt man erstaunlich günstig einen Teil eines Weltmarktführers. Neben der Bewertung sorgt auch die Beteiligung von Adolf Merckle für Fantasie. Die Aktie dürfte die Seitwärtsbewegung nach oben verlassen.

Kässbohrer

 

ISIN DE0006262009
Kurs am 23.06.2005 22,00€
Empfehlungskurs 19,90€
Ziel 30,00
Stopp 16,40
KGV 06e 8
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR (26/05).

 

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