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Schnäppchen-IPO

Die Wertpapierhandelstochter der Berliner Effektengesellschaft (BEG) geht an die Börse – und das zu einem erstaunlich günstigen Preis. Tradegate-Aktien werden zu zwei Euro je Aktie ausgegeben, was einer Marktkapitalisierung von 48,3 Millionen Euro entspricht. Dabei gibt BEG ihrer Tochter bereits mehr als 40 Millionen Euro Nettoliquidität mit auf dem Weg. Zugleich ist der Makler hochprofitabel.

Günstiger geht es nicht - Tradegate kommt mit einer Bewertung nur knapp über der Nettoliquidität an den Markt.

Die Wertpapierhandelstochter der Berliner Effektengesellschaft (BEG) geht an die Börse – und das zu einem erstaunlich günstigen Preis. Tradegate-Aktien werden zu zwei Euro je Aktie ausgegeben, was einer Marktkapitalisierung von 48,3 Millionen Euro entspricht. Dabei gibt BEG ihrer Tochter bereits mehr als 40 Millionen Euro Nettoliquidität mit auf dem Weg. Zugleich ist der Makler und Betreiber der außerbörslichen Handelsplattform Tradegate hochprofitabel. Im ersten Halbjahr lag der Überschuss bei 3,2 Millionen Euro.

Zeichnungserfolg unwahrscheinlich

Der Haken daran ist, dass nur 4,76 Prozent der Aktien in den Streubesitz gehen – gerade einmal 1.150.000 Papiere werden platziert. 95 Prozent der Anteile behält die Mutter. Hinzu kommt, dass BEG-Aktionäre 822.695 neue Aktien bevorzugt zeichnen dürfen. Für jeweils 20 BEG-Aktien gibt es eine Tradegate-Aktie zu zwei Euro. In den Genuss einer Zuteilung zu diesen sehr günstigen Kursen dürften also die nur die Wenigsten kommen. Es dürfte sich jedoch durchaus lohnen ab der Erstnotiz am 12. Oktober zu Kursen unter 3,00 Euro zuzuschlagen, denn Tradegate bewegt sich in einem aussichtsreichen Markt.

Geschäft mit Zukunft

Neben dem traditionellen Maklergeschäft ist das Herzstück der Berliner die selbstentwickelte Handelsplattform Tradegate. Bei Direktbanken wie Maxblue, Etrade, Comdirect, Flatex, Sino oder Consors können Kunden bei fast jeder Order neben den bekannten Börsenplätzen wie Frankfurt, München oder Xetra auch die von Tradegate bereitgestellte außerbörsliche Alternative wählen. Dabei bietet Tradegate auch ein automatisches Matching an. Das heißt, der Kunde erfährt den Ausführungskurs schon vor der tatsächlichen Order. Die Handelszeiten (08:00–22:00 Uhr) sind flexibler als an traditionellen Wertpapierbörsen. Die computergesteuerte Handelsalternative ist dabei meist deutlich günstiger als der Parketthandel. Tradegate verlangt nur eine sehr geringe Provision und verdient hauptsächlich an den Handelsspannen.

Erfolg vorprogrammiert

Die vorbörslichen Kurse liegen schon bei rund 2,80 Euro. Diese Kurse liegen zwar deutlich über den Ausgabekurs, sind aber noch nicht zu teuer. Selbst auf diesem Niveau bewegt sich das 2007er-KGV erst bei 10. Risiko ist die Abhängigkeit von der Entwicklung der Börsenumsätze. Spekulative Anleger können jedoch bis 3,00 Euro kaufen. ISIN: DE0005216907.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2006.

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