Coca-Cola
- DER AKTIONÄR

Schluck aus der Vitaminpulle

Der weltgrößte Brausehersteller Coca-Cola hat mit der Übernahme von Glaceau, einem New Yorker Hersteller von Vitamingetränken, einen strategisch wichtigen Deal in trockene Tücher gebracht. Pepsi, der große Rivale, hatte mit Marken wie Gatorade in dem rasant wachsenden Markt für Eistee-, Sport- und Fitnessgetränke jahrelang die Nase vorn.

Coca-Cola wagt die größte Übernahme in seiner 121-jährigen Geschichte. Für 4,1 Milliarden Dollar schluckt der Brausekonzern den Anbieter von Vitamingetränken Glaceau.

Der weltgrößte Brausehersteller Coca-Cola hat mit der Übernahme von Glaceau, einem New Yorker Hersteller von Vitamingetränken, einen strategisch wichtigen Deal in trockene Tücher gebracht. Pepsi, der große Rivale, hatte mit Marken wie Gatorade in dem rasant wachsenden Markt für Eistee-, Sport- und Fitnessgetränke jahrelang die Nase vorn.

Zukunftsmarkt Vitamine

In den USA werden Mineral-, Vitamin- und Energydrinks immer beliebter. Verbraucher lassen zunehmend die zuckerhaltigen Brausegetränke links liegen. Zurückzuführen ist dieser Trend auf ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und das wachsende Interesse an sportlicher Betätigung. Es schien schon, als ob Coca-Cola-Chef Edward Neville Isdell diese Lifestyle-Entwicklung völlig verschlafen hätte. Als er jedoch am 25. Mai die Akquisition bekannt gab, nahm die Cola-Aktie Fahrt auf, während das Pepsi-Papier seitdem unter Abgabedruck steht.

Hoher Preis, aber gerechtfertigt

Freilich zahlt Isdell einen hohen Preis: Die 1996 gegründete Glaceau Vitaminwater setzte voriges Jahr gerade einmal 350 Millionen Dollar um. Mit anderen Worten musste der Traditionskonzern aus Atlanta mehr als den zehnfachen Umsatz für das Objekt der Begierde auf den Tresen legen. Das ist aber angesichts der hohen zweistelligen Zuwachsraten in dem Segment gerechtfertigt. Darüber hinaus kündigte das Management an, dass schon im ersten Jahr nach der Transaktion der Gewinn positiv von dem Deal beeinflusst werde. Coca-Cola stemmte 2006 rund 24 Millionen Dollar Umsatz. Netto blieben fünf Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Pepsi erlöste 35 Milliarden und verdiente unterm Strich 5,64 Milliarden Dollar. Gewiss sind beide Konzerne nicht direkt vergleichbar. So schuf Pepsi eine wichtige Einnahmesäule mit Snacks und Kartoffelchips, während sich Coca-Cola ausschließlich auf Getränke konzentriert. Jedoch stand Pepsi jahrelang in der Gunst der Investoren weit oben, während Coca-Cola wegen fehlender Zukunftsmärkte die Felle davon schwammen. Nun wendet sich das Blatt. Beide Giganten sind mit einem 2008er-KGV von 19 bewertet. Jedoch sieht das positive Überraschungspotenzial bei Coca-Cola besser aus: Dass in Atlanta weitere Transaktionen vorbereitet werden, ist nicht auszuschließen.

Nachholpotenzial

Alles in allem hat die Coca-Cola-Aktie im Gegensatz zu Pepsi Aufholpotenzial. Der Kursverlauf signalisiert, dass ein Ausbruch auf neue Höchstkurse bevorsteht. DER AKTIONÄR rechnet auf Sicht eines Jahres mit einem Kursplus von mindestens 30 Prozent.

Kursziel bei Coca-Cola: 53,00 Euro. Stopp: 31,90 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 24/2007.

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