TASER
- DER AKTIONÄR

Schlagende Argumente

Wer sich schon seit Längerem mit dem US-Aktienmarkt befasst, wird sich womöglich noch an Taser erinnern. Nicht nur, weil das Unternehmen aus Arizona in einem außergewöhnlichen Markt tätig ist: Taser stellt pistolenähnliche Elektroschocker her, die nicht tödlich sind, aber getroffene Personen mit Stromstößen bis zu 50.000 Volt für einige Zeit außer Gefecht setzen.

Die Taser-Aktie hat eine extreme Berg- und Talfahrt hinter sich. Steht das Papier des Elektroschocker-Herstellers bald wieder unter Strom?

Wer sich schon seit Längerem mit dem US-Aktienmarkt befasst, wird sich womöglich noch an Taser erinnern. Nicht nur, weil das Unternehmen aus Arizona in einem außergewöhnlichen Markt tätig ist: Taser stellt pistolenähnliche Elektroschocker her, die nicht tödlich sind, aber getroffene Personen mit Stromstößen bis zu 50.000 Volt für einige Zeit außer Gefecht setzen. Vor allem die Entwicklung des Aktienkurses von Taser hat an der Börse für Aufmerksamkeit gesorgt. So hatte sich die Notierung von Anfang 2003 bis Ende 2004 im Wert sage und schreibe verhundertfacht. Ziemlich genau mit dem Jahreswechsel 2005 kam dann das Ende der Kursrallye: Unter anderem hagelte es Klagen derer, die von Taser-Waffen angeblich verletzt worden waren. Zudem verfehlte Taser die im Zuge der Kursrallye hochgesteckten Erwartungen. Als Folge gab der Aktienkurs im Jahresverlauf 2005 um mehr als 80 Prozent nach.

Neue Aufträge

Dass Taser das Vertrauen der Anleger nach dieser Berg- und Talfahrt in den vergangenen Monaten zurückgewinnen und der Aktienkurs wieder zulegen konnte, hat mehrere Gründe. So hat Taser anhand ärztlicher Studien belegen können, dass die Geräte keine bleibenden Schäden verursachen. Der Konzern bewies unter anderem, dass die produzierten Elektroschläge einen implantierten Herzschrittmacher nicht beeinflussten. Damit gewann Taser alle Prozesse – oder legte die juristischen Auseinandersitzungen zumindest durch Vergleiche bei. Was der Notierung ebenfalls half, ist der Umstand, dass Taser jüngst mehrere Aufträge erhielt. Dass einer aus dem Ausland dabei war, ist ein Beleg dafür, dass die international ausgerichtete Strategie greift. Zwar äußerte sich Mitgründer und Aufsichtsratschef Tom Smith nicht dazu, aus welchem Land die Order stammt, er stellte aber fest, sein Konzern sei „froh darüber, dass ein weiteres Land der internationalen Gemeinschaft den Wert unserer Technologie erfasst hat“. Das scheinen derweil auch die Analysten getan zu haben. Immerhin liegen die Prognosen für das kommende Jahr fast doppelt so hoch wie die für das laufende. Vor diesem Hintergrund und dem Umstand, dass es sich beim Geschäft mit Sicherheit um eine Boombranche handelt, ist das vermeintlich hohe KGV für 2008 von 30 absolut vertretbar.

Auf Turnaroundkurs

Im Bereich von elf Dollar „wartet“ ein möglicherweise recht hartnäckiger charttechnischer Widerstand auf die Taser-Notierung. Sollte der Kurs, getrieben von den guten Unternehmensnachrichten der vergangenen Wochen, diese Hürde überwinden, wäre der Weg frei für weitere Kurssteigerungen. Risikobereite Anleger sollten mit einer kleinen Position darauf spekulieren.

Kursziel bei Taser: 12,00 Euro. Stopp: 6,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 24/2007.

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