- DER AKTIONÄR

Schlag auf Schlag an die Spitze

Wenn andere angesichts hoher Verluste und scheinbarer Ausweglosigkeit das Handtuch werfen, springt Arques in den Ring, um die Firmen aus der Krise zu boxen. Bisher wurden nur drei Beteiligungen aufgegeben, jedoch schon über 40 Firmen erfolgreich restrukturiert.

Wenn andere angesichts hoher Verluste und scheinbarer Ausweglosigkeit das Handtuch werfen, springt Arques in den Ring, um die Firmen aus der Krise zu boxen.

Von Florian Söllner

Der Firmenaufkäufer und -sanierer performte zuletzt überaus erfolgreich. 2004 sprang der Umsatz von 28,6 Millionen auf 128,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis wurde, hauptsächlich durch Sondereffekte, von 5,1 Millionen auf 38,7 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote auf 37 Prozent gesteigert.

Schlagkräftig

Im Gespräch mit DER AKTIONÄR erklärt der Vorstandsvorsitzende Peter Löw, wie eine solche Wertsteigerung erreicht wurde - und ein blaues Auge bisher ausblieb: "Da es sich um Verluste schreibende Firmen handelt, kaufen wir in der Regel zum Substanzwert oder darunter". Schon beim Kauf reagiert Arques sehr schnell. "Eine Übernahme haben wir beispielsweise innerhalb einer Woche abgeschlossen", so Löw. Dann geht es Schlag auf Schlag: Es wird sofort ein neuer Geschäftsführer eingesetzt, der sich üblicherweise auch an dieser Firma beteiligt. "Zudem fällt unsere Task Force, die rund 20 Mann zählt, über das Unternehmen her. In zwei bis drei Wochen sind meist schon 50 Prozent der notwendigen Sanierungsschritte eingeleitet. "

Champion SKW

Derzeit haben Arques-Teams unter anderem bei der Druckerei Colordruck, der Nachrichtenagentur ddp und dem Kinderwagenbauer Teutonia das Heft in die Hand genommen. Bisher wurden nur drei Beteiligungen aufgegeben, jedoch schon über 40 Firmen erfolgreich restrukturiert. Ein Volltreffer ist Arques Mitte 2004 mit dem Kauf des Metallverarbeiters SKW von Degussa gelungen. Alleine die mittlerweile wieder profitable SKW erlöste im Gesamtjahr 2004 rund 150 Millionen Euro - mehr als der Börsenwert von Arques. Und Arques legt die Hände nicht in den Schoß: Fünf bis sechs Mitarbeiter halten permanent nach Sanierungskandidaten Ausschau. "Es ist demnächst wieder mit neuen Projekten zu rechnen", so Peter Löw. Zudem wird für 2005 ein Wechsel in den Prime Standard angestrebt.

Chancen überwiegen

Allein die Vollkonsolidierung der im Jahresverlauf 2004 erworbenen Firmen führt 2005 zu einem weiteren Umsatzsprung. Zwar sind bei dem riskanten Sanierungsgeschäft Rückschläge immer möglich, der bisherige Track-Record spricht jedoch für das Arques-Management. Überwindet die Aktie das Jahreshoch von 63 Euro, geht es charttechnisch in eine neue Runde.

Schlag auf Schlag

Arques

 

ISIN DE0005156004
Kurs am 06.04.2005 78,00€
Empfehlungskurs 58,80€
Ziel 90,00 €
Stopp 48,00€
KGV 05e 14
Chance/Risiko 5/4

 

Dieser Artikel ist in Ausgabe #15/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

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