Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Schlachtplan gegen Solar? Entscheidet Merkel über Zukunft von Trina, Solarworld, Conergy und Co?

Aufregung in der Sonnenbranche. Gestern Abend hat sich Angela Merkel dem Handelsblatt zufolge persönlich mit Vertretern der Energiebranche getroffen und offenbar über die Zukunft der deutschen EEG-Politik gesprochen.

Eingeladen zu dem Spitzentreffen waren Vorstände von Eon, RWE, EnBW, BASF, Siemens und Bosch. Auf die berechtigte Frage, warum keine Vertreter aus der Öko-Branche dabei waren, antwortete Regierungssprecher Steffen Seibert, dass auch die großen Energieversorger stark im Bereich der erneuerbaren Energien engagiert seien. Wo deren Interessen wirklich liegen, dürfte jedoch jeden klar sein.

Greenpeace entsetzt

Dem Handelsblatt zufolge fürchten SPD und Grüne nun, dass das bisher besonders umfangreiche deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz über eine europaweite Angleichung ausgehebelt werden könnte. Die Wirtschaftszeitung schreibt: "EU-Energiekommissar Oettinger will die nationalen Fördersysteme für den Ökoenergieausbau anpassen. Dadurch müssten die EEG vereinbarten Gelder auf einen EU-einheitlichen Satz zurückgefahren werden." Das würde mit deutlichen Einschnitten einhergehen. Greenpeace spricht daher sogar von einem "Schlachtplan gegen Energie aus Wind, Sonne, Biomasse und Wasser".

Wie ernst die Lage ist, zeigt auch der Umstand, dass unlängst sogar der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) eine vorgezogene Senkung der Stromvergütung um bis zu 12 Prozent schon Anfang Juli statt erst Anfang 2012 vorgeschlagen hat. Dies klingt nach einem Versuch der Schadensbegrenzung.

Bewegung bei Q-Cells und Nexans

Zwar ist Deutschland bisher der Nabel der Solarwelt. Doch künftig springen Asien und die USA als Wachstumsmotoren ein. Daher entwickelten sich zuletzt besonders chinesische Solarhersteller ("Auf Yingli, Trina und Co setzen") relativ gut.

In den deutschen Solaraktien ist schon sehr viel negatives eingepreist. Bleibt der Worst-Case - eine Deckelung der Förderung oder eine komplette Abschaffung des deutschen EEGs aus - könnten die überverkauften Solarworld, Q-Cells und Co vor einer Trendwende stehen. Besonders Q-Cells ("Chance auf 16 Prozent?") ist bereits angesprungen.

Auch aufgrund der neuen Aussagen von Oettinger, dass Solarstrom künftig dort produziert werden solle, wo die meiste Sonne scheint - es aber für den Stromtransport noch die Leitungen fehlen - bleibt der europäische Kabel-Spezialist Nexans ("Kaufchance bei Smart-Grid-Aktie) aussichtsreich.

Es gibt Sektoren, die derzeit attraktiver sind als Solar. Dazu zählt mit Sicherheit das Thema Internet und China - siehe auch "Die Chance des Jahres: Heißes Videoportal mit KGV 4".

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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