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Schlacht um Schering?

Das deutsche Pharmaunternehmen Merck möchte seinen Konkurrenten Schering zu 77 Euro je Aktie übernehmen. Experten bezweifeln jedoch, dass damit das letzte Wort im Fall Schering gesprochen ist.

Das deutsche Pharmaunternehmen Merck möchte seinen Konkurrenten Schering zu 77 Euro je Aktie übernehmen. Experten bezweifeln jedoch, dass damit das letzte Wort im Fall Schering gesprochen ist.

Kursfeuerwerk bei Schering: Die Aktie des Dax-Konzerns legte nach einem Übernahmeangebot des Konkurrenten Merck KGaA einen sagenhaften Kurssprung um 25 Prozent aufs Parkett. Der Konkurrent will Schering feindlich übernehmen und machte den Aktionären hierfür ein Angebot von 77 Euro je Aktie, was einen satten Aufschlag von fast 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag darstellt. Merck-Chef Römer geht davon aus, dass die Aktionäre diese Offerte annehmen, da sie ihnen eine signifikante Prämie mit Preissicherheit biete. Allerdings scheinen die Marktteilnehmer mehr zu erwarten, denn die Aktie notiert zur Zeit konstant über der 80 Euro-Marke. Auch die Dresdner Kleinwort Wasserstein teilt die Meinung des Merck-Chefs nicht. Laut Analystenaussage sei es wahrscheinlich, dass ein Investor oder ein anderes Pharmaunternehmen ein höheres Angebot für Schering vorlegt und so einen Übernahmekampf auslöst. Merck-Pharmavorstand Schnee betonte, dass man durch die Akquisition die kritische Größe erreichen würde, die zum Bestehen im internationalen Wettbewerb nötig ist. Durch den Zusammenschluss will man aber vor allem Synergien nutzen und somit Kosten in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro einsparen. Auch wenn diese Entwicklung vielen Experten sinnvoll erscheint, gibt es zunehmend kritische Stimmen zu dem Vorhaben, da sich beide Unternehmen zu ähnlich seien. Beide haben vor allem ähnliche Probleme mit ihren Pipelines und mit dem Bereich Flüssigkristalle (Merck) und der Antibabypille Yasmin (Schering) aktuell starke Produkte, deren Umsätze aber in Zukunft zurückgehen dürften. Es bleibt abzuwarten, ob man in diesem Punkt gemeinsam größere Fortschritte schaffen kann als bisher alleine. Falls die Übernahme realisiert wird, wäre dies der größte Zusammenschluss mit deutscher Beteiligung seit der Fusion von Rhone Poulenc und Hoechst zu Aventis. Das neue Unternehmen hätte auf Basis der Umsätze für 2005 einen theoretischen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro erzielt.

Fazit

Während die Merck-Aktie auf dem aktuellen Niveau nur eine Halteposition ist, könnte sich ein weiteres Angebot für Schering-Anteilseigner als wahre Goldgrube entpuppen. Da das letzte Wort im Übernahmepoker noch nicht gesprochen sein dürfte, ist die Schering-Aktie im Bereich zwischen 77 und 80 Euro eine Spekulation wert.

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