McDonalds
- DER AKTIONÄR

Schlacht der Buletten

Über Nahrungsmittel kann man nicht philosophieren? Falsch! Im Spielfilm „Pulp Fiction“ beweisen die Gangster Jules und Vincent das Gegenteil. Und wie: Dialoge wie der, in dem sich die beiden während eines Killerkommandos minutenlang über einen Big Mac unterhalten, haben dem Film Kultstatus eingebracht.

Der Fast-Food-Gigant McDonald’s plant einige Veränderungen – der kleinere Wettbewerber Burger King aber auch. Welche Aktie schmeckt besser?

Über Nahrungsmittel kann man nicht philosophieren? Falsch! Im Spielfilm „Pulp Fiction“ beweisen die Gangster Jules und Vincent das Gegenteil. Und wie: Dialoge wie der, in dem sich die beiden während eines Killerkommandos minutenlang über einen Big Mac unterhalten, haben dem Film Kultstatus eingebracht.

Happy Birthday!

Kultstatus hat der Big Mac schon seit Langem. Der extra-große Burger, der gleich mit zwei Frikadellen bestückt ist, hat jüngst einen vielbeachteten 40. Geburtstag gefeiert. Und McDonald’s verkauft ihn auch nach vier Jahrzehnten immer noch 17-mal pro Sekunde – allein in den USA wohlgemerkt. Dass die Burger-Kette aus Illinois pro Jahr 23,4 Milliarden Dollar umsetzt (Schätzung für das kommende Geschäftsjahr), liegt aber nicht nur an der Fangemeinde des Big Macs und anderer fleischhaltiger Sandwichs. Es liegt auch daran, dass McDonald’s – nicht zuletzt wegen Fast-Food-kritischer Filme wie „Super Size me“ – sein Angebot in den vergangenen Jahren dem allgemeinen Ernährungstrend hin zu einem höheren Gesundheitsbewusstsein angepasst hat. So bietet McDonald’s in seinen weltweiten Filialen mittlerweile eine recht große Palette an Salaten an, auf den Speisekarten in den USA gibt es sogar vegetarische Burger aus Tofu. Diese Änderung im Angebot wird voraussichtlich nicht die letzte gewesen sein. Der Financial Times Deutschland erklärte McDonald’s-Chef Ralph Alvarez kürzlich, sein Unternehmen wolle verstärkt in Europa expandieren. Dazu soll den McDonald’s-Restaurants in der Alten Welt dank regionaler Speisen eine europäische Note verpasst werden.

Ähnliche Veränderungen sind zurzeit auch beim McDonald’s-Wettbewerber Burger King im Gange. So verlängerte das Unternehmen aus Miami im vierten Geschäftsquartal (per Ende Juni) die Öffnungszeiten in vielen US-Filialen – und schaffte damit die Rückkehr in die schwarzen Zahlen: Nachdem Burger King im Vorjahr noch ein Minus von rund zehn Millionen Dollar ausgewiesen hatte, legte man diesmal ein Plus von 36 Millionen Dollar vor. Wie McDonald’s hat auch Burger King seine Angebotspalette überarbeitet: Passend zu den neuen Öffnungszeiten bietet die Kette Late-Night-Menüs an; zudem gibt es besondere Frühstücksgerichte.

Ähnlich bewertet

Strategische Wechsel hat Burger King auch nötig, um McDonald’s zumindest zu ärgern. Denn in der Vergangenheit war Burger King stets nur Zweiter. So wurde McDonald’s im Jahr 1940 gegründet, Burger King 1954. Die erste deutsche McDonald's- Filiale öffnete 1971, Burger King startete hierzulande 1976. Und auch an die Börse kam Burger King deutlich später: Während McDonald’s schon 1965 den Gang aufs Parkett wagte, erfolgte das Burger-King-IPO erst im Frühling des vergangenen Jahres. In puncto Kursentwicklung seit dem Börsengang muss sich die Aktie von Burger King allerdings nicht vor der des großen Konkurrenten verstecken: Beide Notierungen haben in den vergangenen 16 Monaten um mehr als 30 Prozent zugelegt, das Mc- Donald’s-Papier war lediglich etwas weniger schwankungsanfällig. Auch die Unterschiede bei der Bewertung sind nur marginal. Das 2008er-KGV beträgt bei beiden 16 und dass McDonald’s mit einer Umsatzmultiplen von 2,5 doppelt so hoch bewertet wird wie Burger King (KUV 1,3), dürfte der Marktführerschaft geschuldet sein.

Burger King leicht vorne

McDonald’s und Burger King werden angesichts eines sich wandelnden Essverhaltens weiterhin an ihrem Angebot arbeiten, um die Gäste in ihre Restaurants zu locken. Das sorgt bei beiden für Kursfantasie. Das günstigere KUV und das Aufholpotenzial gegenüber McDonald’s machen die Aktie von Burger King zurzeit zum appetitlicheren Investment.

Kursziel bei Burger King: 23,00 Euro. Stopp: 12,70 Euro.

Kursziel bei McDonald’s: 46,00 Euro. Stopp: 29,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 37/2007.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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