- DER AKTIONÄR

Schering – Eine Geduldsfrage

Nach einem starken dritten Quartal wird Schering-Chef Hubertus Erlen konkret: Der Konzern wird in diesem Jahr um sechs bis sieben Prozent mehr umsetzen als 2004. Zudem kündigte Erlen ein Aktienrückkaufprogramm sowie eine Dividendenerhöhung an.

Nach einem starken dritten Quartal wird Schering-Chef Hubertus Erlen konkret: Der Konzern wird in diesem Jahr um sechs bis sieben Prozent mehr umsetzen als 2004. Zudem kündigte Erlen ein Aktienrückkaufprogramm sowie eine Dividendenerhöhung an.

Von Anja Weingran

Die vergangenen Monate waren für den drittgrößten deutschen Pharmakonzern nicht einfach: Die klinischen Tests mit einem neuen Darmkrebsmittel lieferten nicht die gewünschten Ergebnisse, ebenso enttäuschten zwei weitere Medikamente. Noch dazu hat sich die Einführung von Bonefos, einem Medikament gegen Knochenkrebs, in den USA auf mindestens 2008 verschoben. Ungeachtet der Stolpersteine blickt Schering positiv in die Zukunft - und hat allen Grund dazu: Nachdem Konzernchef Hubertus Erlen die Margenziele bereist zwei Mal in diesem Jahr erhöht hatte, bekräftigte er jüngst die Wachstumsziele für 2006 und kündigte dabei eine Dividendenerhöhung sowie ein neues Aktienrückkaufprogramm an.

Prall gefüllte Pipeline

Die beiden wichtigsten Produkte - Betaferon zur Bekämpfung der Multiplen Sklerose und die Anti-Babypille Yasmin - sollen wesentlich dazu beitragen, dass die operative Marge 2006 bei 17 Prozent liegen wird. Im nächsten Jahr will Schering die 18 Prozent-Hürde knacken. Zudem soll Betaferon künftig auch im frühen Krankheitsstadium verabreicht werden. "Die Zulassung, die wir 2006 erwarten, wird den Betaferonumsatz stimulieren", so Joachim-Friedrich Kapp, Leiter des Geschäftsbereichs Spezial-Therapeutika. Beim Umsatz prognostizierte Erlen eine Verbesserung von sechs bis sieben Prozent für das Gesamtjahr. Außerdem will Schering mit der niedrig dosierten Anti-Babypille Yaz Mitte 2006 einen weiteren Umsatzbringer auf dem US-amerikanischen Markt lancieren.

Ausschüttung an die Anleger

Ein Weiterer Hoffnungsträger ist das Epothilon ZK-EPO - dahinter verbirgt sich ein Naturstoff, der gegen verschiedene Tumore wirkt. Schering hat jüngst mit drei klinischen Phase-II-Studien zu dem Medikament, das primär gegen Lungenkrebs aber auch Eierstock- und Brustkrebs eingesetzt werden soll, begonnen. Zu dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm wollte Erlen keine Details nennen. Als Fixgröße für die in Aussicht gestellte Dividendenerhöhung nannte er die Höhe des operativen Gewinns. Analysten prognostizierten für 2006 einen EBIT-Anstieg um zwölf Prozent auf 900 Millionen Euro. Schering hatte im Jahr 2004 eine Dividende von einem Euro je Anteilsschein bezahlt.

Deutliches Nachholpotenzial

Scherings positiver Ausblick sollte auch die Aktie wieder verstärkt in das Anlegerinteresse rücken. Der Wert hat deutliches Nachholpotenzial: In den vergangenen Monaten konnte die Aktie mit dem Dax nicht Schritt halten. Die Medikamentenpipeline ist prall gefüllt. Trotz der Rückschläge in diesem Jahr beeindruckt man mit positiven Wachstumsraten. Mit einem finanziellen Polster von zwei Milliarden Euro dürften weitere Zukäufe nicht lange auf sich warten lassen. Altana wird es allerdings nicht sein, wie Vorstandsvorsitzender Erlen betonte.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV