DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Schaukelbörse - DAX bald bei 10.500 oder bei 9.500?

Der deutsche Aktienmarkt dürfte auch in der neuen Woche in unruhigem Fahrwasser bleiben. Konjunktursorgen, die Nachwirkungen der auslaufenden Quartalsberichtssaison sowie politische Unsicherheiten halten die Anleger auf Trab. "Es steht zu befürchten, dass die Schaukelbörse zunächst anhält", glaubt Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Für einen nachhaltigen Stimmungsumschwung fehlen ihrer Meinung nach derzeit vor allem konjunkturelle Impulse.

Die Experten der WGZ Bank verweisen unter anderem auf das baldige Referendum über einen EU-Austritt Großbritanniens. Zudem belasten demnach mit Blick auf die Berichtssaison anhaltend rückläufige Gewinne, insbesondere bei den US-Unternehmen, aber auch in Europa.

Die Berichtssaison neigt sich derweil langsam ihrem Ende entgegen. In der neuen Woche legen aus dem DAX noch der Pharma- und Chemiekonzern Merck sowie der Konsumgüterhersteller Henkel ihre Geschäftsberichte für das abgelaufene Quartal vor. Ansonsten öffnen noch einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe ihre Bücher.

US-Daten im Fokus

Auf der Konjunkturseite richten sich die Blicke zum Wochenauftakt auf den Empire-State-Index, der die Geschäftstätigkeit der Industrie im US-Staat New York misst und als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den gesamten USA gilt. Der DAX wird diese Daten wegen des Feiertages "Pfingstmontag" aber erst am Dienstag verarbeiten können. Dann stehen auch schon die US-Verbraucherpreise auf der Agenda. Besonders im Fokus befindet sich dabei die Kernrate, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden. Sie spielt eine wichtige Rolle bei geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed, die zuletzt keine klaren Signale hinsichtlich einer Fortsetzung ihrer Ende 2015 begonnenen Leitzinswende gegeben hatte.

Pfingsten genießen!

Der DAX ist zuletzt daran gescheitert, in den seit Februar gültigen Aufwärtstrend (circa 10.060 Punkte) zurückzukehren. Als Widerstand fungiert hier außerdem die 200-Tage-Linie (10.175), die knapp über dem Trend verläuft. Das Tief von Anfang Mai dieses Jahres bei 9.737 Punkten konnte jedoch erfolgreich verteidigt werden. Anleger warten vor einem Neu-Engagement aber ein klares Signal ab.

(mit Material von dpa-AFX)

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