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SAP greift Salesforce.com an

Europas größter Softwareentwickler plant den Einstieg bei Mietsoftware - bislang eine Domäne des kleinen US-Softwarehauses Salesforce.com. Die Attacke von SAP könnte den Höhenflug der Salesforce-Aktie beenden.

Europas größter Softwareentwickler plant den Einstieg bei Mietsoftware - bislang eine Domäne des kleinen US-Softwarehauses Salesforce.com. Die Attacke von SAP könnte den Höhenflug der Salesforce-Aktie beenden.

Von Martin Weiß

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP will Medienberichten zufolge später im Jahr mit einem eigenen Mietprogramm zur Kundenverwaltung an den Start gehen. Das berichtet die "Financial Times Deutschland"in ihrer Donnerstagsausgabe. "Der Markt hat daran ein Interesse", zitiert das Blatt Darc Dencker-Rasmussen, bei SAP verantwortlich für die Kundensoftware-Angebote. Details zu Ausstattung und Umfang der Produkte wurden nicht bekannt. Mietsoftware erfreut sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit bei den Firmen, da sich ihre Kosten nach der tatsächlichen Nutzung richten und die Bezahlung in Raten erfolgt. Das schont die Firmenkassen.

Starkes Wachstum lockt Konkurrenten an

Die Nachricht dürfte bei Salesforce.com für einige Aufregung sorgen, konnten sich die Amerikaner doch bislang mehr oder minder ungestört in dieser Branche austoben. Im Geschäftsjahr 2004 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 96 Millionen Dollar um 84 Prozent auf 177 Millionen. Im laufenden Jahr (bis Januar 2006) sollen die Erlöse auf 305 Millionen Dollar steigen. Der Gewinn soll sich in diesem Zeitraum auf 0,17 Dollar pro Aktie annähernd verdreifachen. Bei diesen Wachstumsraten verwundert das Interesse des Softwareriesen SAP nicht wirklich.

Höhenflug beendet?

Salesforce.com befindet sich im Langfristigen Musterdepot von DER AKTIONÄR. Die Aktie hat seit der Depotaufnahme Ende Mai um 21 Prozent im Wert zugelegt, auf Sicht von einem Jahr hat sich das Papier um 130 Prozent verteuert. Am Mittwoch kletterte die Notiz kurzfristig auf ein neues Jahreshoch bei 25,15 Dollar -Salesforce.com ging schließlich bei 24,52 Dollar aus dem Handel. Aktuell besteht die Gefahr, dass die Nachrichten über den Markteinstieg von SAP Verkaufsdruck bei Salesforce.com auslösen und den Kurs belasten.

Fazit: Anleger, die investiert sind, können die Position halten, sollten aber den Stopp-Kurs im Auge behalten. Von Neuengagements raten wir vorerst ab.

Hier können Sie das Langfristige Musterdepot einsehen.

 

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