SAP
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

SAP: Oracle-Microsoft-Deal - was bedeutet das für die Aktie?

Der US-Datenbankriese Oracle will zukünftig stärker mit Microsoft bei Cloud-Lösungen zusammen arbeiten - die SAP-Investoren sind verunsichert. Die Aktie des DAX-Konzerns rutschte am Morgen zunächst weiter ab, konnte sich mittlerweile aber wieder fangen.

Oracle-Chef Larry Ellison macht ernst: Gemeinsam mit Microsoft und Salesforce.com will er den Cloud-Bereich aufmischen. Ein Deal soll noch in der laufenden Woche bekannt gegeben werden, schreibt die Financial Times. Die Pläne überraschen umso mehr, da sich die Kooperationspartnern spinnefeind sind, kaum ein gutes Haar am jeweils anderen lassen.

Aktie unter Druck

Der Walldorfer Softwareentwickler hat sich wegen der hohen Nachfrage nach Cloud-Lösungen 2012 mit zwei milliardenschweren Zukäufen - Ariba und Successfactor - kräftig verstärkt und dürfte im laufenden Jahr in dieser Sparte bereits 750 Millionen Dollar umsetzen. Die Pläne von Oracle, insbesondere mit Salesforce.com kommen da scheinbar zur Unzeit.

Wie es heißt, will Ellison gemeinsam mit dem Marktführer bei Cloud-Diensten eine neue Version seiner Datenbanksoftware installieren, die anschließend von Drittanbietern als Plattform für weitere Cloud-Anwendungen weiterverkauft wird.

Grund zur Panik besteht für SAP-Aktionäre aber nicht. Einige Analysten spotteten bereits, dass es deutlich bessere Produkte auf dem Markt gebe, als die, die Oracle jetzt plane.

Alles nur heiße Luft? An der Börse hält sich die Reaktion bei SAP in Grenzen. Nach anfänglichen Verlusten tendiert das DAX-Papier jetzt 0,3 Prozent fester.

Die Kuh ist damit aber noch nicht vom Eis - jedenfalls nicht, was die Aktie betrifft. Die hat sich in den vergangenen Tagen schwach entwickelt und geht es nach der Charttechnik, drohen weitere Verluste.

Durch den gescheiterten Anlauf auf das Hoch (65 Euro) aus dem Frühjahr hat sich ein Doppeltop gebildet - Bären könnten hier auch eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit höherer rechter Schulter sehen. Unabhängig von der Interpretation  wurde mit dem Bruch der horizontalen Unterstützung ein Verkaufssignal generiert. Gelingt es dem Titel nicht, sich zu fangen, droht ein Rückgang bis auf 52 Euro.

Fazit: Der Himmel für SAP hat sich in den letzten Tagen zunehmend verdunkelt. Langfristig bleiben die Walldorfer zwar erste Wahl im DAX, kurzfristig drohen jedoch weitere Kursverluste.

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