SAP
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

SAP: Die Wahrheit, schlicht und einfach

Ist bei SAP die Luft schon wieder raus? Die Aktie sieht am Mittwoch kein Land, verliert 2,1 Prozent und rutscht damit ans DAX-Ende. Bislang haben die Anleger auf gute Q3-Zahlen spekuliert, jetzt aber droht die Stimmung zu kippen.

Am 24. Oktober veröffentlicht SAP seine Geschäftszahlen für Q3 - offiziell. Inoffiziell hoffen die Anleger seit Tagen, dass der Walldorfer Softwareriese schon vorher (vielleicht nocht in dieser Woche?) ein paar Eckdaten nennt und die Analysten dabei so alt aussehen lässt, wie drei Monate zuvor.

Dicke Überraschung in Q2

Mitte Juli hatte SAP überraschend einen ersten Überblick über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal gegeben und mit einem Rekordumsatz und starken Zuwachsraten im wichtigen Lizenzgeschäft für Begeisterung unter den Anlegern gesorgt.


In der Folgezeit ging es für den Titel steil von 47 Euro bis auf 57 Euro nach oben. Das Plus von 21 Prozent binnen zehn Wochen machte die SAP-Aktie zu einem der Top-Titel im DAX (+16 Prozent)

Anleger hoffen nun, dass sich die Geschichte wiederholt. Die Chancen stehen auch gar nicht schlecht, zumindest was die solide Geschäftsentwicklung betrifft. Erneut dürfte vor allem die Technologieplattform Hana und das Geschäft in den Schwellenländern wichtige Wachstumsimpulse liefern.

Dass SAP den Markt aber noch einmal so stark überrascht, wie im Sommer, ist unwahrscheinlich. Viele Analysten haben ihre Prognosen dem besseren Geschäftsverlauf mittlerweile angepasst. Für Q3 wird laut Bloomberg mit einem Umsatz von 3,87 (Vorjahr 3,41) Milliarden Euro kalkuliert. Der Konsens für das EBIT beträgt 1,15 (0,81) Milliarden Euro und liegt damit auf dem Niveau von Q2.

Barclays stufte die SAP-Aktie am Mittwoch denn auch von "Übergewichten" auf "Gleichgewichten" ab. Das Kursziel von 55 Euro wurde indes bestätigt. Grund für defensive Haltung sei der starke Kursanstieg, schrieb Gerardus Vos. Die Aktie habe schlicht und einfach sein Kursziel erreicht.

Die Aussagen der Briten dürften - neben dem schwächeren Gesamtmarkt - der Hauptgrund sein, weshalb die Notierung der SAP-Aktie um 2,1 Prozent auf 53 Euro abrutscht. Von einem allgemeinen Stimmungsumschwung bei SAP kann aber keine Rede sein.

Luft nach oben

DER AKTIONÄR bleibt deshalb bei seiner positiven Einschätzung für das DAX-Unternehmen. Bleiben im dritten Quartal negative Überraschungen aus, würde langsam das Allzeithoch bei 70 Euro aus dem "Bubble"-Jahr 2000 ins Visier rücken.

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