SAP
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

SAP: Aktie schnellt auf 12-Jahres-Hoch

Europas größter Softwareentwickler schwimmt auf einer Erfolgswelle: Das operative Geschäft läuft 2012 weit besser als von Analysten erwartet und auch der Aktienkurs begeistert. Die SAP-Aktie notiert so hoch wie zuletzt im Jahr 2000.

Nachdem die SAP-Aktie am frühen Mittwoch bei 55,92 Euro zunächst ein neues 12-Jahres-Hoch in die Anzeigentafeln gestanzt hat, geht es nun leicht abwärts. Aktuell notiert der DAX-Titel bei 55,57 Euro 0,3 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Mit einem Plus von 36,4 Prozent zählt der Walldorfer Softwareriese 2012 dennoch zu den Top-Performern im deutschen Leitindex. Der Anfang September vom AKTIONÄR empfohlene Turbo-Bull auf SAP notiert ebenfalls komfortabel in der Gewinnzone.

Auf der Welle des Erfolgs

Der Kursanstieg bei SAP resultiert aus einem bis dato überraschend soliden Geschäftsverlauf 2012. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen steigerte der Konzern den Umsatz und Gewinn zuletzt (Q2) jeweils um rund 18 Prozent. Für das zweite Halbjahr rechnen Analysten ebenfalls mit Zuwächsen.

Motor hinter der positiven Entwicklung ist unter anderem die 2010 eingeführte Hochleistungsdatenbank HANA. 

Werden die Prognosen für 2012 erfüllt, dann wächst SAP deutlich stärker als der Branchenriese und Erzrivale Oracle.

Einem Medienbericht zufolge, planen die Deutschen zudem offenbar den Einstieg in das Privatkundengeschäft. Bislang beliefert SAP mit seinen Produkten zur Geschäftsoptimierung Unternehmen.

"SAP wird immer stärker ein Hersteller von Software für Konsumenten", sagte nun jedoch die US-Chefin des Konzerns dem "Handelsblatt". Es spreche nichts dagegen, dass die Software der Walldorfer in ein paar Jahren in einem Kühlschrank oder einem Stromableser stecke, so die Top-Managerin.

Die kurzfristige Reaktion der Investoren geht zwar gegen null. Längerfristig könnte sich die Ausweitung der Zielgruppe für SAP aber lohnen. Bislang hat die SAP-Doppelspitze aus Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe den richtigen Riecher bewiesen, wenn es um Wachstumspotenziale für das Unternehmen ging.

Mit KGV 16 auf Basis der für 2013 erwarteten Gewinne ist die SAP-Aktie zwar teurer als die von Oracle. Der US-Konzern weist dafür die deutlich niedrigeren Wachstumsraten auf. Mit dem Sprung auf das 12-Jahres-Hoch hat SAP zudem ein charttechnisches Kaufsignal generiert. Damit rückt langsam das Allzeithoch bei 70 Euro aus dem "Bubble"-Jahr 2000 ins Visier.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR

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