- DER AKTIONÄR

SAP - Kampf der Giganten

Während Erzrivale Oracle sein Glück in milliardenschweren Zukäufen sucht, baut SAP seine Marktanteile aus. Aus jetziger Sicht ist es wahrscheinlich, dass die Schätzungen von DER AKTIONÄR übertroffen werden können.

Während Erzrivale Oracle sein Glück in milliardenschweren Zukäufen sucht, baut SAP seine Marktanteile aus. Aus jetziger Sicht ist es wahrscheinlich, dass die Schätzungen von DER AKTIONÄR übertroffen werden können.

Von Markus Horntrich

Im Kampf zwischen den Erzrivalen im Enterprise-Software-Bereich, SAP und Oracle, haben bisher die Walldorfer die Nase vorn. Im Gegensatz zu den US-Amerikanern, die ihr Glück in Zukäufen suchen, schafft es SAP von Quartal zu Quartal, den Konkurrenten ohne viel Tamtam Marktanteile abzujagen.

Klare Dominanz

Allein im dritten Quartal steigerte SAP den Umsatz um 13 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro, den Gewinn sogar noch deutlicher um 15 Prozent auf 334 Millionen Euro. Beachtung verdient dabei vor allem das 20-prozentige Plus bei den Lizenzerlösen auf 590 Millionen Euro - ein neuer Rekord. Bemerkenswert dabei ist, dass SAP das stärkste Wachstum (34 Prozent) in den USA erreichte, dem Heimatmarkt von Oracle. Die Deutschen schafften es, ihren Marktanteil bei Enterprise Software weltweit von 58 auf 60 Prozent und in den USA von 41 auf 44 Prozent weiter auszubauen. Eine reife Leistung, wenn man bedenkt, dass sich Konkurrent Oracle in den letzten Jahren für satte 20 Milliarden Dollar Wettbewerber wie Peoplesoft, J.D. Edwards, Retek, oder Siebel einverleibte und dadurch unter dem Konzerndach eine Arche Noah für bedrohte Software-Systeme schaffte.

Profitables Wachstum

Aufgrund der bisher guten Geschäftsentwicklung ist sogar davon auszugehen, dass SAP die Schätzungen des aktionärs im laufenden Jahr übertreffen wird. Erlöse von 8,26 Milliarden Euro und ein Gewinn je Aktie von 4,82 Euro sollten auf jeden Fall möglich sein. Im Gegensatz zu Oracle investiert SAP vor allem in organisches Wachstum und allenfalls kleinere Akquisitionen. Dazu zählt auch die geplante Komplettübernahme von SAP SI. Den verbliebenen SAP SI-Aktionären (5,7 Prozent) hat SAP ein öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 39,30 Euro pro Aktie unterbreitet. Diese Strategie, vorwiegend organisch und mit kleinen Übernahmen zu wachsen, sollte es den Walldorfern ermöglichen, in den kommenden Jahren Umsatz und Ergebnis zu steigern, wobei insbesondere die Margen weiter anziehen dürften. Auch für die Attraktivität der Aktie will das SAP-Management etwas tun. Auf der nächsten Hauptversammlung am 9. Mai 2006 will sich SAP eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 1:3 genehmigen lassen, um den Wert optisch zu verbilligen.

Mit Tempo auf 180?

Mit einem 2006er-KGV von 26 ist das SAP-Papier auf den ersten Blick zwar nicht gerade günstig. Die hervorragende Marktstellung und die sehr guten Wachstumsperspektiven sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn relativieren das Bild. Auf Sicht von einem Jahr sind bei anhaltendem Wachstumstempo Kurse um 180 Euro realistisch.

Artikel aus Ausgabe 46/2005

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV