Salzgitter
- Maximilian Völkl

Salzgitter: Neuer Großauftrag, neue Hoffnung – Aktie springt an

Der krisengebeutelte Stahlkonzern Salzgitter zählt am Freitag zu den stärksten Werten im MDAX. Für Freude bei den Anlegern sorgt ein wichtiger Auftrag für eine Gasleitung durch das Mittelmeer. Das Chartbild bleibt trotz der Aufhellung allerdings weiterhin trist.

Die Salzgitter-Beteiligung Europipe wird für die Trans-Adria-Pipeline (Tap) 270 Kilometer Großrohre liefern. Zudem wird eine Grobblech-Tochter des Konzerns knapp 1.600 Rohrbögen liefern. Die ersten Teile sollen bereits im Januar 2016 ausgeliefert werden. Zu den erwarteten Erlösen machte Salzgitter allerdings keine Angaben.

Wie wichtig der Zuschlag ist, lässt sich allerdings leicht erkennen. Generell ist das Großröhrengeschäft stark von Großbestellungen abhängig. Für die Rohrbiege-Tochter ist der Auftrag sogar der größte der Geschichte und sichert die Beschäftigung für mehr als ein Jahr. Auch bei Europipe selbst ist die Produktion nun für mehrere Monate sicher.

Berenberg zuversichtlich

Der Auftrag untermauere seine positive Einschätzung der Salzgitter-Aktie, erklärte Analyst Alessandro Abate von der Privatbank Berenberg. Zuletzt hätten die niedrigen Öl- und Gaspreise sich negativ auf die Anlegermeinung bezüglich des Marktes für große Stahlröhren ausgewirkt und auf dem Kurs gelastet. Es sei aber wichtig zu verstehen, dass Pipeline-Projekte für den Öl- und Gastransport nicht den gleichen Spielregeln folgten wie Projekte für Erschließungs- und Förder-Pipelines, die unter den niedrigen Rohstoffpreisen litten.

Hohes Risiko

Der Großauftrag ist zweifellos positiv zu werten. Die Probleme sind bei Salzgitter deshalb aber nicht gelöst. Die sinkenden Preise am Stahlmarkt belasten die Branche nach wie vor. Charttechnisch hat sich die Situation ebenfalls noch nicht entscheidend verbessert. Die Aktie ist weiterhin nur für Trader interessant, die nach dem Sprung über die 26-Euro-Marke auf weitere Impulse setzen. Langfristig orientierte Anleger sollten lieber an der Seitenlinie bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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