Salzgitter
- Markus Bußler - Redakteur

Salzgitter: Der ThyssenKrupp-Konkurrent will sparen, sparen und sparen

Die Stahlbranche steckt in einer Krise. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch Salzgitter kann sich dem nicht entziehen. Auf der gestrigen Hauptversammlung hat der Vorstand die Aktionäre auf ein weiteres schwieriges Jahr eingeschworen. Aber es gibt Hoffnung.

„Die Schuldenkrise als Kern des Übels dauert an", sagte Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann  bei der Hauptversammlung in Braunschweig. Doch trotz roter Zahlen in den ersten drei Monaten sieht Fuhrmann nicht nur schwarz: „Wir sind finanziell gesund", sagte er mit Blick auf die hohe Eigenkapitalquote. Ein Umbau soll Deutschlands zweitgrößten Stahlhersteller mit seinen rund 25.000 Beschäftigten und mehr als 200 Tochterfirmen fit für die Zukunft machen.

Sparprogramm

Einzelheiten zum angekündigten Sparprogramm „Salzgitter 2015" gab Fuhrmann auch bei dem Aktionärstreffen nicht preis. Zunächst stünden Verhandlungen mit Aufsichtsrat, Betriebsrat und den Gewerkschaften an. „Es entspricht guter Sitte, vor Beendigung dieser internen Gespräche keine Details zu veröffentlichen", sagte Fuhrmann. Beim größten Sorgenkind des Konzerns, dem Peiner Trägerwerk, sorgt sich der Betriebsrat derzeit um gut 180 Arbeitsplätze. Der Stahlkonzern hatte im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Verlust von 99,8 Millionen Euro ausgewiesen nach einem Überschuss von 236 Millionen 2011. Auch im ersten Quartal 2013 schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

Fuhrmann zufolge drücken die südeuropäischen Länder ihre Produkte verstärkt in den mittel- und nordeuropäischen Markt, weil ihnen der Heimatmarkt in der Krise weggebrochen ist. In Spanien sei zum Beispiel fast die gesamte Baubranche zum Erliegen gekommen und damit als Kunde weggefallen. In Übersee, vor allem in China, boome dagegen das Stahlgeschäft. Die Erzpreise würden in Asien festgelegt. „Für das kriselnde Europa gibt es keinen Sozialtarif", sagte Fuhrmann.

Normalerweise sagt man an der Börse: Wenn die Nacht am dunkelsten ist, graut der Morgen. Doch bei Stahlaktien graut vor allem den Anleger. Immer wenn man meint, das Schlimmste sei in den Kursen eingepreist, kommt eine neue Hiobsbotschaft. Dennoch: So ganz allmählich scheint der Abwärtsdruck nachzulassen. Die Stahlaktien sind nach wie vor eine Wette auf eine konjunkturelle Erholung im Allgemeinen. Die europäischen Stahlaktien auf ein Ende der Eurokrise und auf einen Aufschwung in den südeuropäischen Krisenstaaten. Sollte sich in der EU allmählich die Erkenntnis durchsetzen, dass sich Südeuropa nicht gänzlich kaputt sparen darf und wird der Investitionsstau langsam wieder aufgelöst, dann dürften auch die Stahlaktien ihr Comeback feiern.

 

(mit Material von dpa-AFX)

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