Salzgitter
- Maximilian Völkl

Salzgitter: Dumping-Vorwürfe – Trump greift Stahlindustrie an

Die Drohungen aus den USA haben nun auch die Stahlbranche erreicht. Nach eigenen Angaben hat die Regierung ausländische Stahl-Konzerne des Preis-Dumpings überführt. Betroffen ist auch Salzgitter. Die Aktie reagiert mit Verlusten, ein langwieriger Handelsstreit droht.

„Eine gesunde Stahlindustrie ist entscheidend für unsere Wirtschaft und Produktionsbasis, doch unsere Stahlindustrie steht unter Beschuss durch ausländische Produzenten, die ihre Exporte verschleudern und subventionieren lassen“, erklärte US-Handelsminister Wilbur Ross. In Zukunft würden die Handelsgesetze energisch durchgesetzt und wenn nötig auch Zölle rückwirkend eingetrieben. Präsident Donald Trump will zu diesem Thema am Freitag ein weiteres Dekret unterzeichnen.

Viele Vorwürfe

Deutsche Importe, betroffen sind Salzgitter und die Dillinger Hütte, machen im Untersuchungszeitraum 2015 mit 196,2 Millionen Dollar der betroffenen Einfuhren im Wert von 732 Millionen Dollar den größten Anteil aus. Salzgitter und Dillinger werden Dumping-Raten – also der Prozentsatz, mit dem die Verkäufe unter dem fairen Wert liegen – von 5,3 bzw. 22,9 Prozent unterstellt. Die Zahlen liegen aber deutlich unter denen anderer Hersteller wie Voestalpine aus Österreich oder der französischen Industeel.

Der Vorwurf, Waren unterhalb der Herstellungskosten verkauft zu haben, sei haltlos, wies Salzgitter die Anschuldigungen zurück. Bei dem Verfahren gehe es um Grobblech für ein eigenes Rohrwerk in den USA, erklärte ein Konzernsprecher. Auch Voestalpine-Chef Wolfgang Eder zeigte sich gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung irritiert. Es gehe um Spezialstahl, den man in den USA ansonsten gar nicht bekomme. Er relativierte allerdings die Auswirkungen der Ermittlungen.

Stoppkurs beachten

Salzgitter macht derzeit etwa sechs Prozent des Konzernumsatzes in den USA. Vorwürfe des Preisdumpings kommen da zur Unzeit. Nach wie vor kämpft der Konzern selbst mit Billigimporten aus China sowie inzwischen auch aus Russland, Brasilien und Co. Neuen Schwung würde die Aktie bekommen, wenn es Fortschritte bei der Konsolidierung in der Branche gibt. Investierte Anleger bleiben an Bord, beachten aber den Stoppkurs bei 29,00 Euro.

 


 

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