RWE
- Stefan Sommer - Volontär

RWE: Aktie unter Druck – Platzt der Deal?

Der geplante milliardenschwere Verkauf der RWE-Tochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman könnte an einem britischen Einspruch scheitern. Beide Parteien hätten vereinbart, dass das britische Energieministerium eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, einen sogenannten Letter of Comfort, ausstellt, teilte RWE am Sonntag mit. Es sei derzeit nicht klar, ob diese Bescheinigung erteilt wird.

Der hochverschuldete Energiekonzern hatte bereits im März die Verkaufspläne bekannt gegeben. RWE teilte nun mit, dass der Verkauf momentan an der „Zustimmung verschiedener Dritte“ hänge.


Dea fördert unter anderem vor der britischen Nordseeküste Gas und ist an der Erschließung mehrerer neuer Felder beteiligt. Die britischen Behörden könnten einem von Fridman geführten Unternehmen die Lizenz entziehen. Fridman ist einer der Eigner des schwerreichen Investorenkonsortiums Alfa Group. Die Gruppe hatte einst mit dem britischen Energieriesen BP ein Gemeinschaftsunternehmen zur Ausbeutung des russischen Festland-Öls betrieben.

Im März 2013 verkauften die Oligarchen ihr 25-Prozent-Aktienpaket an TNK-BP an den russischen Staatskonzern Rosneft für mehr als 13 Milliarden Dollar. Vorausgegangen war ein monatelanger Rechtsstreit. Fridmans persönliches Vermögen wird vom US-Magazin Forbes auf mehr als 17 Milliarden Dollar geschätzt. Der Dea-Deal wird auf ein Volumen von fünf Milliarden Euro taxiert.

 RWE; Chart

Vorsicht bei RWE

 

Für den stark verschuldeten Energiekonzern ist der Deal enorm wichtig. Sollte der Verkauf nun scheitern dürfte auch die Aktie von RWE unter Druck geraten. Ohnehin ist E.on derzeit die bessere Wahl. Der Konkurrent ist für die Energiewende besser aufgestellt. Zudem Punktet der Konzern mit einer Dividendenrendite von fast vier Prozent.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE gegen Uniper: Ein erbitterter Kampf

Seit der Abspaltung von E.on ist Uniper der größte Rivale von RWE. Beide Konzerne fokussieren sich auf die konventionellen Kraftwerke und wollen damit trotz Energiewende bestehen. Aber nicht nur operativ konkurrieren sie, auch vor Gericht gibt es einen erbitterten Streit. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE ist wieder da: Diese Zahlen machen Mut

Nach den deutlichen Verlusten im vergangenen Jahr ist RWE im ersten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Konzernchef Rolf Martin Schmitz blickt zudem auf ein für RWE erfreuliches Ergebnis bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zurück. Die Aktie reagierte im frühen Handel mit … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Die Lösung wäre so einfach…

RWE setzt den Fokus auf konventionelle Kraftwerke. Der Versorger hat aber nach wie vor mit den Folgen der Energiewende zu kämpfen. Wegen der gesunkenen Strompreise lohnt sich das Betreiben von Kohle- und Gaskraftwerken kaum noch. Konzernchef Rolf Martin Schmitz fordert deshalb vehement einen … mehr