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RWE und E.ON ohne Saft

Energieerzeuger sind weiter unter Druck. Die schwarz-gelbe Wunschregierung der Investoren ist in weiter Ferne, das "grüne Schreckgespenst" erschrickt die Aktionäre.

Energieerzeuger sind weiter unter Druck. Die schwarz-gelbe Wunschregierung der Investoren ist in weiter Ferne, das "grüne Schreckgespenst" erschreckt die Aktionäre.

Von Florian Söllner

Für alle war das jüngste Wahlergebnis überraschend, für viele gar enttäuschend. Insbesondere E.ON und RWE-Aktionäre mussten herbe Kursverluste hinnehmen, nachdem es nicht wie erwartet für eine schwarz-gelbe Mehrheit gereicht hat. Seit der Ankündigung von Neuwahlen durch Gerhard Schröder am 22. Mai 2005 hatte die E.ON-Aktie 14 Prozent zugelegt, das RWE-Papier sogar 17 Prozent. Alleine am 19. September - als klar war, dass hinsichtlich der neuen Machtverteilung nichts klar ist - verloren die Aktien bis zu fünf Prozent. Während die Union im Falle einer Mehrheit mit der FDP eine deutliche Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Aussicht gestellt hatte, tritt nun Ernüchterung ein. Auch die WestLB senkte die RWE und E.on von "outperform" auf "neutral". Im Falle einer große Koalition zwischen CDU und SPD würden die Laufzeiten wohl höchstens von 32 auf 40 Jahre verlängert.

Für Aktionäre der Energieaktien noch enttäuschender wären andere denkbare Regierungskoalitionen. Eine "Jamaika"- Koalition aus CDU/CSU, FDP und den Grünen würde vorrausichtlich an dem von Rot-Grün eingeführten Atomkonsens nichts verändern. Dasselbe gilt für eine von der Linkspartei geduldeten rot-grünen Variante. RWE und E.ON dürften auch noch die nächsten Tage unter der Unsicherheit leiden. Die erhoffte Verbesserung der Situation für traditionelle Energieerzeuger dürfte nicht im vollem Umfang eintreten, die Aktien weiter unter Druck stehen.

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