RWE
- Nikolas Kessler - Volontär

RWE und E.on: NRW-Minister fordert Deckel für Atomrückstellungen

Im Streit um die Folgekosten für den Atomausstieg kann sich NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) nun doch staatliche Unterstützung für die angeschlagenen Energieversorger vorstellen. Bei den Anlegern wächst nach den Äußerungen die Hoffnung und die Versorger-Aktien können sich weiter von ihren Tiefstständen absetzen.

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin kann sich nun doch vorstellen, die Atomausstiegskosten der Energieversorger zu deckeln. Die in Deutschland aktiven Atomkraftbetreiber, darunter E.on und RWE haben entsprechend gesetzlicher Vorgaben rund 38 Milliarden Euro für den Rückbau und die Atommüll-Entsorgung reserviert.

Duin geht – ebenso wie verschiedene Experen – mittlerweile aber von höheren Kosten aus. „Als Mitglied der Endlagerkommission weiß ich, dass die Herausforderung wahrscheinlich größer ist als die 38 Milliarden Euro“, sagte der SPD-Politiker der Rheinischen Post. „Wenn wir irgendwann zu dem Ergebnis kommen sollten, dass die 38 Milliarden Euro nicht ausreichen, dann wäre das keine Frage, die die Unternehmen zu lösen haben. Die haben mit uns eine Verabredung über diese festgelegte Summe. Wenn es darüber hinausgeht, ist auch der Staat gefordert.“

Plötzlicher Sinneswandel?

In der vergangenen Woche hatte sich das noch anders angehört: „Steuergelder für die Energiewirtschaft einzusetzen, das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen“, hatte Duin auf entsprechende Forderungen der CDU-Landtagsfraktion geantwortet.

Für Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) scheint staatliche Unterstützung für die Kraftwerksbetreiber ebenfalls kein Tabuthema mehr zu sein. „Es wird eine Debatte über ausreichende Reserven bei Versorgern zur Erfüllung der Verpflichtungen nach dem Ausstieg aus der Atomkraft auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten geben“, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg den Minister.

Kräftige Erholung

Am Markt kommen die Spekulationen über Staatshilfen am Montag erneut gut an. Mit einem Kursgewinn von zwischenzeitlich mehr als sieben Prozent führt die Aktie von RWE den deutschen Leitindex an. Auch die E.on-Aktie gehört zu den Gewinnern im DAX. Damit setzen die gebeutelten Versorger-Aktien ihre Erholung aus der Vorwoche fort.

Aktien meiden

Auch wenn die Forderungen nach staatlicher Unterstützung nun lauter werden, bleibt die Situation angespannt. Wie groß die Lücke in den Atomrückstellungen wirklich ist, soll noch in diesem Herbst feststehen. Solange in dieser Frage Unklarheit herrscht, sollten Anleger die Versorger-Aktien weiterhin meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Top-Gewinner RWE: Neuer Schwung dank Trump?

Im schwachen Marktumfeld führt RWE den DAX am Montag an. Defensive Aktien wie die Versorger oder auch Vonovia und Fresenius profitieren von der zunehmenden Unsicherheit an den Märkten vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump am Freitag. RWE bekommt zudem Schwung durch eine bullishe … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE-Aktie: Ein weiter Weg

Zu Jahresbeginn pendelt der Kurs der RWE-Aktie weiter um die 12-Euro-Marke. Die Ankündigung, dass der Konzern die Kosten für die Atommüll-Endlagerung auf einen Schlag zahlen will, hat keinen Schwung verliehen. Für die DZ Bank bleibt der Versorger dennoch eine Kaufempfehlung. mehr