RWE
- Maximilian Völkl

RWE in der Kritik: Kein Ende in Sicht

Auf der Hauptversammlung von RWE war nicht alles Gold was glänzt. Nach wie vor hat der Versorger mit alten Problemen zu kämpfen. Die Aussicht auf eine Dividende kam zwar positiv an. Die langfristige Strategie wirft bei den Anlegern aber Fragen auf. Zudem gab es erneut Proteste von Umweltschützern gegen den Kohlekonzern.

Vor der Versammlungshalle in Essen demonstrierten Aktivisten erneut gegen die „rote Linie“, die durch die Kohlekrafterzeugung überschritten wird. In der Halle blieben die ganz großen Proteste allerdings aus. Als größter Emittent von Kohlendioxid in Europa steht RWE schon lange im Visier der Umweltschützer. Seit der Abspaltung der Ökostromtochter Innogy ist der DAX-Konzern noch mehr zum Feindbild geworden.

Doch auch unter den Aktionären wurde Kritik laut. Im Zentrum stand die Frage, ob die jetzige Strategie ausreicht, um RWE zukunftsfähig zu machen. „RWE hat eine reiche Tochter und lebt selbst in Tristesse“, so Winfried Mathes von Deka Investment. Der Konzern dürfe sich nicht allein auf Strompreiserhöhungen durch die Abschaltung von Atomkraftwerken und alter konventioneller Kraftwerke verlassen. Auch die Hoffnung auf die Einführung eines Kapazitätsmarktes – dabei wird die reine Bereithaltung von Energie bereits vergütet – in Deutschland könnte zu wenig sein.

Hohe Risiken

Der Fokus auf die konventionellen Kraftwerke bleibt riskant. RWE muss beweisen, dass diese Strategie zukunftsfähig ist. Die Beteiligung an der starken Tochter Innogy garantiert wenigstens finanzielle Unterstützung. Sollte sich die Hoffnung auf steigende Strompreise erfüllen, könnte der Aufwärtstrend der Aktie weitergehen. Ein Investment bleibt jedoch hochspekulativ.

 


 

Crashkurs Börse

Autor: Sebastian Grebe / Sascha Grundmann / Frank Phillipps
ISBN: 9783864703652
Seiten: 208
Erscheinungsdatum: 31.08.2016
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Wir schreiben das Jahr 2016. Die Anfänge der weltweiten Finanzkrise liegen mittlerweile schon gut acht Jahre zurück. Doch noch immer hat die Krise uns fest im Griff. Niedrigzinsen bestimmen die Finanzen der Menschen – und machen diesen das Sparen schwer, wenn nicht unmöglich.

In diesem Umfeld ist es wichtig, in Aktien zu investieren, so das Urteil vieler Experten. Nicht nur, weil Aktien von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken profitieren und immer neue Höhen erklimmen. Sondern weil sie auch auf lange Sicht gute Renditen, etwa in Form von Dividenden liefern können. Und als Sachwerte ohnehin ein Fels in der Brandung sind. Experten sind sich aber auch in einem anderen Punkt einig: In Aktien investieren sollte nur der, der weiß, was er da tut.

Crashkurs Börse setzt genau dort an. Das Buch erklärt, was Aktien sind, wie man mit ihnen handelt, welche Chancen sich ergeben und wo Risiken lauern.
Es erklärt die Aussagekraft der wichtigsten Kennziffern am Kapitalmarkt, den Hintergrund der gängigsten Börsensprichwörter und die Erfolgsmethoden der bekanntesten Investmentstrategen.

Crashkurs Börse – ein Grundlagenwerk für Börsianer und solche, die es werden wollen. Jetzt in der aktualisierten und erweiterten Auflage im Buchhandel erhältlich.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Update RWE: Das wäre gar nicht mal so schlimm

Deutschland will in den kommenden Jahren aus der Kohlekraft aussteigen. Allerdings wird die Kohlekommission ihren Abschlussbericht erst im Februar vorstellen. Auch wenn der Exit dann konkreter wird, hat RWE keine Angst vor dem Termin. Denn so schlimm wie häufig dargestellt, dürfte das Kohleende für … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Droht jetzt die Enteignung?

Der Kohleausstieg bleibt komplex. Unternehmen, Politik und Umweltschützer können sich bislang weder auf die Art noch auf den Zeitpunkt einigen. Für RWE geht es bei dem Thema um Milliarden. Klar, dass Konzernchef Rolf Martin Schmitz deshalb auch harte Worte findet. Der jüngste Vorschlag der SPD ist … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: So läuft der Mega-Deal ab

Die Energiebranche befindet sich im Wandel. In Deutschland teilen sich die beiden Platzhirsche E.on und RWE künftig die Noch-RWE-Tochter Innogy auf. Die Übernahme benötigt zwar noch Zeit. Anleger sollten sich aber bereits jetzt darauf einstellen, dass die beiden Erzrivalen künftig nicht mehr in … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Anfang vom Ende – oder alles nur Humbug?

Im schwachen Marktumfeld hat sich die RWE-Aktie in den vergangenen Wochen sehr stabil gezeigt. Seit dem deutlichen Rücksetzer nach der Gewinnwarnung in Folge des Räumungsverbots am Hambacher Forst zeigt der Trend beim DAX-Titel wieder nach oben. Doch ein Medienbericht schürt nun die Angst vor einem … mehr