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RWE: Milliarden-Entschädigung für Braunkohle-Aus

Die Einigung im Streit um die Zukunft der deutschen Braunkohlekraftwerke zwischen den Betreibern und der Bundesregierung treibt die Aktie von RWE an. Mit einem moderaten Kursplus gehört der Versorger-Titel am Montagvormittag zu den Gewinnern im DAX.

Die Energie-Konzerne RWE, Vattenfall und Mibrag legen in den nächsten Jahren mehrere Braunkohlekraftwerke schrittweise still und werden dafür mit hohen Summen entschädigt. Darauf haben sich die drei Konzerne mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verständigt. Die Gesamtkosten werden über sieben Jahre bei 1,61 Milliarden Euro liegen.

Die schrittweise Stilllegung ist Teil eines Energie- und Klimapakets, um den CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Durch die Abschaltung von Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt sollen 12,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Abschied auf Raten

Die ersten Meiler soll im Oktober 2016 vom Netz gehen, der letzte im Oktober 2019. Anschließend sollen die Kraftwerksblöcke weitere vier Jahre als stille Reserve genutzt und dann endgültig stillgelegt werden. Die ursprünglich von Gabriel vorgeschlagene Strafabgabe für alte Kohle-Meiler war am Widerstand von Kohlelobby, Gewerkschaften und Ländern gescheitert.

Börsianer werteten die Milliarden-Entschädigung für die Stilllegung positiv. "Bisher war nicht mit nennenswerten Ausgleichszahlungen gerechnet worden", sagte ein Händler. Im vorbörslichen Handel hatte die RWE-Aktie zeitweilig mehr als zwei Prozent zugelegt. Einen Teil der Gewinne musste sie im frühen Handel aber bereits wieder abgeben.

 Aktie kein Kauf

Auch nach der 180-Grad-Wende von Sigmar Gabriel in Puncto Braunkohleverstromung – weg von Strafabgaben, hin zu Entschädigungszahlungen – bleibt die langfristige Perspektive bei RWE ungewiss. Anleger sollten den Versorger-Titel daher weiterhin meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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