RWE
- Marion Schlegel - Redakteurin

RWE-Aktie im Abwärtssog: Hoffnung auf neuen Großinvestor

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE kann sich Hoffnungen auf einen neuen Großinvestor machen. Die Kommunen, die an dem Versorger 24 Prozent halten, zeigen sich nun erstmals aufgeschlossen für einen Interessenten aus dem arabischen Raum. "Die Kommunen sind jederzeit offen für Gespräche mit dem arabischen Investor, der Interesse an RWE bekundet hat", sagte Ernst Gerlach, Geschäftsführer des Verbandes der kommunalen RWE-Aktionäre (VKA), der "Rheinischen Post" (Mittwoch-Ausgabe).

Eine RWE-Sprecherin sagte der Zeitung: "Wir sind bereits vor einigen Monaten von einem Investor aus dem arabischen Raum angesprochen worden, um verschiedene Möglichkeiten der Kooperation auszuloten. Es werden verschiedene Formen der Zusammenarbeit geprüft." Dabei schloss sie auch eine Kapitalerhöhung nicht aus. Hier bremsen die Kommunen aber: Laut Aufsichtsratskreisen wären sie nur mit dem Einstieg eines arabischen Investors per Kapitalerhöhung einverstanden, wenn sie dadurch ihr Privileg nicht verlören, das ihnen Vorteile bei der Dividenden-Besteuerung sichere, schreibt die Zeitung.

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE hatte zu Jahresbeginn seinen Gewinnrückgang im Tagesgeschäft nicht stoppen können. Die Kraftwerkssparte verdiente fast ein Viertel weniger als vor einem Jahr.

Analysten-Stimmen

Zuletzt haben sich einige Analysten zu der Aktie von RWE zu Wort gemeldet. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für RWE nach der Entscheidung des EuGH, die deutsche Atomsteuer im Einklang mit EU-Recht einzustufen, auf "Outperform" mit einem Kursziel von 31 Euro belassen. Entscheidend sei aber nun das Votum des Bundesverfassungsgerichts, da ein ablehnendes Urteil gleich welchen Gerichts ausreiche, so die Analystin Deepa Venkateswaran. Die Signalkraft der EuGH-Entscheidung sei diesbezüglich begrenzt. Der Schluss der deutschen Umweltministerin, dass der EuGH gute Argumente für eine Verlängerung biete, sei aus einigen Gründen fehlerhaft.

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für RWE nach der Bestätigung der deutschen Atomsteuer durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf "Neutral" mit einem Kursziel von 22,50 Euro belassen.

DER AKTIONÄR sieht bei der RWE-Aktie derzeit keinen Handlungsbedarf.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das steckt hinter den Uniper-Gerüchten

Die Versorgerbranche befindet sich nach wie vor im Wandel. Die Energiewende läuft auf Hochtouren und der europäische Markt steht vor einer Konsolidierung. Die Uniper-Übernahme durch Fortum ist der erste Schritt. Direkt betroffen ist davon auch RWE. Zukäufe könnten Sinn machen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Zerschlagung von Uniper – RWE steht bereit

Nach wie vor wehrt sich Uniper gegen den Einstieg des finnischen Wettbewerbers Fortum. Da die Mutter E.on ihren Anteil aber verkaufen wird, ist der Widerstand von Vorstandschef Klaus Schäfer ein Kampf gegen Windmühlen. Es ist deshalb Zeit, sich damit zu befassen, wie es künftig weitergeht. Hier … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Es brodelt wieder…

Seit Monaten schwelen in der Versorgerbranche Gerüchte um eine Konsolidierung. Vor allem die deutschen Konzerne stehen dabei im Mittelpunkt. Am Donnerstag war erneut die RWE-Tochter Innogy das Ziel der Spekulationen. Ein Verkauf ist zwar unwahrscheinlich, die Aktien haben dennoch deutlich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das drückt auf die Stimmung

Die RWE-Aktie hat sich zuletzt stark entwickelt und ein neues Jahreshoch bei 21,18 Euro erreicht. Am Montag zählt der Versorger im schwachen Marktumfeld allerdings zu den grtößten Verlierern im DAX. Die Ursache: Die Privatbank Berenberg hat ihre Kaufempfehlung gestrichen. mehr