RWE
- DER AKTIONÄR

RWE-Aktie: Das sollten Sie sich ansehen

Die Versorger-Aktien stehen derzeit im Blickpunkt. Bei RWE hellt sich das Bild nach der Hauptversammlung weiter auf. Trotz der anhaltenden Probleme könnte das Schlimmste vorerst überwunden sein. Der DAX-Titel steht vor dem Bruch des flachen Abwärtstrends und notiert auf Höhe der 200-Tage-Linie.

Um langfristig wieder in die richtige Spur zu finden, hat RWE aber noch einen weiten Weg vor sich. Konzernchef Peter Terium hat deshalb die Politik um Hilfe angerufen. „Weitere, massive Verluste unseres Kraftwerkgeschäftes können wir uns auf Dauer nicht leisten“, erklärte er auf der Hauptversammlung. „Wir haben nicht viel Zeit. Unsere finanzielle Situation ist angespannt.“ Bislang lehnte die Bundesregierung Hilfen aber ab.

Finanzielle Probleme

Angesichts der hohen Schulden und der unsicheren Aussichten erwartet Terium eine Abstufung der Kreditwürdigkeit seines Konzerns. „Die Ratings europäischer Energieversorger stehen aktuell unter massiver Beobachtung der Rating-Agenturen“, erklärte er. „Das gilt insbesondere auch für RWE, eine Herabstufung des Ratings ist wahrscheinlich.“ Vor allem die Unsicherheiten über die Kosten für den Atomausstieg blieben demnach ein hohes finanzielles Risiko.

Die Krise hat den Konzern zudem veranlasst, praktisch die komplette Dividende zu streichen. Dies sei laut Terium unumgänglich, um RWE wieder auf Kurs zu bringen. Dazu soll in Zukunft vor allem die Ausgliederung der Zukunftsbereiche wie Erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze beitragen. Terium wird die neue Tochter dann selbst führen, sein bisheriger Vize Rolf Martin Schmitz übernimmt die Leitung von RWE. Ebenfalls neu ist der Chef des Kontrollgremiums: Der frühere SAP-Finanzchef Werner Brandt wurde nach seiner Wahl in den Aufsichtsrat zu dessen Vorsitzenden bestimmt.

Riskantes Investment

Das Chartbild hat sich deutlich aufgehellt. Durch den Sprung über die 200-Tage-Linie und über den Abwärtstrend würde ein Kaufsignal generiert. Trader können darauf setzen, dass die Erholung zunächst bis zur 14-Euro-Marke weitergeht. Fundamental überwiegen allerdings weiterhin die Risiken. Daher sollte der Stopp eng bei 11,50 Euro platziert werden. Konservative Anleger lassen nach wie vor die Finger von der RWE-Aktie.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on vs RWE: Das ist der Favorit

Im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur sind auch die deutschen Versorger deutlich unter Druck geraten. Sowohl E.on als auch RWE haben damit nach dem starken Jahr 2017 einen guten Teil der Gewinne abgegeben. Auf dem gesunkenen Niveau sind die Aktien aber auch wieder attraktiver bewertet. Ein klarer … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Die Zukunft ist gesichert

Der Versorger RWE dürfte einer der Gewinner der anstehenden Großen Koalition in Deutschland werden. Die Kohlekraftwerke des DAX-Konzerns werden voraussichtlich länger laufen als ursprünglich befürchtet. Nach dem Abverkauf der vergangenen Wochen bekommt auch die Aktie neue Impulse. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: Blutbad, aber…

Der Einbruch an den Aktienmärkten hat alle Branchen und Assetklassen erfasst. Die Versorger haben sich im Vergleich zu anderen Werten verhältnismäßig stabil gezeigt. Defensive Titel sind im trüben Börsenumfeld wieder gefragt. Bei E.on gibt es zudem Neuigkeiten aus der Türkei. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Keine Eile bei Innogy – so geht es weiter

Nach wie vor fehlen bei den Versorgern die Impulse nach oben. Langfristig bleiben die Aussichten in der Branche aber gut. Für RWE ist die Situation deutlich besser, als vor der Innogy-Abspaltung erwartet worden war. Der Konzern hat deshalb keine Eile bei den Plänen für die Beteiligung an der … mehr