RWE
- Stefan Limmer - Redakteur

RWE-Aktie: Was sagen die Analysten zu den Zahlen?

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE ist im abgelaufenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich lag das Ergebnis bei minus 2,76 Milliarden Euro. Vor einem Jahr stand noch ein gewinn von 1,31 Milliarden Euro zu Buche. Grund für den Verlust sind vorwiegend Abschreibungen auf den fossile Kraftwerke, die wegen des Booms erneuerbarer Energien immer seltener am Netz sind. Nun melden sich die Analysten zu Wort.

Die Essener mussten 2013 Wertberichtigungen im Volumen von 4,8 Milliarden Euro hinnehmen. Der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis sank um gut acht Prozent auf 5,88 Milliarden Euro. Das für die Dividende maßgebliche und um Sondereffekte bereinigte so genannte nachhaltige Nettoergebnis sank um knapp sechs Prozent auf 2,31 Milliarden Euro.

Mittlerweile hat sich auch die Investmentbank Equinet zu den Ergebnissen geäußert. Analyst Michael Schäfer bestätigte das „Hold“-Rating mit einem Kursziel von 25,00 Euro. Die Kennziffern des Versorgers haben seinen Erwartungen entsprochen und der bestätigte Ausblick dürfte seiner Meinung nach den Markt nicht überraschen. Positive Markttreiber sieht Schäfer kaum. Derselben Meinung ist das Analyshaus Kepler Cheuvreux. Ingo Becker haben das Ergebnis und der Ausblick des DAX-Konzerns nicht überrascht. Er bestätigte daher seine Einschätzung für RWE auf „Reduce“ mit einem Kursziel von 21,00 Euro.

Nach Unternehmensangaben dürfte 2014 das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) 7,6 bis 8,1 Milliarden Euro erreichen und ein betriebliches Ergebnis von 4,5 bis 4,9 Milliarden Euro erzielt werden. Das nachhaltige Nettoergebnis von RWE soll bei 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro liegen.

Die RWE-Aktie reagiert am Dienstag kaum auf die Zahlen. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, die Wende in das Zeitalter der erneuerbaren Energien mit kleinen, dezentralen Strukturen zu versäumt zu haben. Auch der Ausblick ist alles andere als gut. Anleger lassen deshalb weiterhin die Finger von der Versorgeraktie.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE und Uniper: Die letzte Chance

Seit dem vergangenen Jahr ist der deutsche Energiemarkt zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen E.on und Innogy, die sich auf das Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Netzen oder Vertrieb konzentrieren. Auf der anderen Seite bleiben RWE und Uniper, die das „alte“ Geschäft mit den konventionellen … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Insider sind zuversichtlich – zu Recht?

Mit einem Plus von gut 30 Prozent führt die RWE-Aktie den DAX seit Jahresbeginn an. Die Abspaltung der dividendenstarken Tochter Innogy, die anstehende Lösung für die Atomrisiken und der Fokus auf die konventionellen Kraftwerke kommen bei den Anlegern gut. Auch die Insider bleiben zuversichtlich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Der Umbau geht weiter

Im schwachen Marktumfeld zählt die Aktie von RWE am Mittwoch zu den stärkeren Werten im DAX. Der Versorger prüft laut eigenen Angaben den Verkauf eines Braunkohlekraftwerks in Ungarn. Dies zeigt einmal mehr, dass der Wandel in der Energiebranche noch lange nicht abgeschlossen ist. mehr