RWE
- Michael Schröder - Redakteur

RWE abstauben: Trotz Krise auf Kurs - langfristig angelegtes Geschäftsmodell

2009 konnte RWE die Prognosen der Analysten übertreffen. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich der zweitgrößte deutsche Energiekonzern dagegen etwas pessimistischer. Das Wachstum dürfte sich verlangsamen. Zudem wurde die Dividende gekürzt. Anleger sollten mit Abstauberlimit agieren.

Das robuste Geschäftsmodell hat RWE auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 auf Kurs gehalten. Der Umsatz ging nur um 2,5 Prozent auf 47,7 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis konnte der Konzern im Krisenjahr weiter steigern. Der betriebliche Gewinn stieg um 3,9 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Euro. Das für die Dividendenberechnung wichtige um Sonder- und Bewertungseffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis kletterte um 4,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der Energiekonzern will in diesem Jahr nur 53 Prozent des bereinigten Gewinns ausschütten. Daher sinkt die Dividende von 4,50 auf 3,50 Euro je Aktie. 

Skeptischer Ausblick

Insgesamt übertraf RWE die Erwartungen von Analysten, die im Vorfeld eine stabile Entwicklung prognostiziert hatten. Für das laufende Jahr zeigt sich der zweitgrößte deutsche Energiekonzern indes etwas skeptischer. Die erwartete wirtschaftliche Erholung wird sich auf die Energienachfrage auswirken, allerdings nur in geringem Maße. "Wir erwarten, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis die europäische Wirtschaft wieder das Niveau von 2008 erreicht", erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Großmann.

Prognosen gesenkt

Die Ziele wurden leicht gesenkt. 2010 rechnet der Versorger beim betrieblichen Ergebnis sowie beim nachhaltigen Überschuss mit einem Zuwachs von jeweils rund fünf Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand als Ziel für die Jahre bis 2012 hier einen Gewinnzuwachs von fünf bis zehn Prozent sowie von zehn Prozent beim nachhaltigen Nettoergebnis ausgegeben. Auch das für die Dividendenberechnung wichtige nachhaltige Nettoergebnis soll nur noch um fünf Prozent steigen. Als Grund für den zurückhaltenden Ausblick wurden Verzögerungen bei Kraftwerks- und Förderprojekten sowie konservativere Annahmen für die Margen im Strom- und Gasgeschäft angeführt.

Weiter auf Wachstumskurs

Langfristig sieht sich Konzernchef auf Kurs: "Wir bleiben auf Wachstumskurs. Energieversorgung ist ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell, bei dem man nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten denken muss." Nach der Akquisition von Essent stehen organisches Wachstum und CO2-Reduktion im Mittelpunkt. RWE erwartet, auch 2013 trotz der dann beginnenden vollständigen Auktionierung von CO2-Zertifikaten das Ergebnisniveau des Jahres 2009 übertreffen zu können. RWE gilt mit seinem umfangreichen Kohlekraftwerkspark als einer der größten Leidtragenden der verschärften CO2-Regelung.

Basisinvestment abstauben

Insgesamt sind größere Enttäuschungen ausgeblieben. Die vorgelegten Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen. Der gesenkte mittelfristige Ausblick kam nicht ganz überraschend, dürfte aber auf die Stimmung drücken. DER AKTIONÄR hält dennoch an seiner positiven Einschätzung fest. RWE bleibt neben E.on ein Basisinvestment. Das erste Kursziel wird etwas reduziert und liegt bei 69 Euro. Anleger sollten ein Abstauberlimit im Bereich um 61 Euro zum Auf- oder Ausbau einer Position nutzen.

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