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- Maximilian Völkl

RWE: Klimaziel bestätigt, Kohlekommission kommt – Aktie steigt

Die große Koalition hat sich in ihren Sondierungsgesprächen darauf geeinigt, dass es Koalitionsverhandlungen geben soll. Am Klimaziel für 2020 wollen CDU, CSU und SPD doch festhalten. Zudem soll eine Kohlekommission kommen. Grund zur Sorge besteht deshalb nicht. Die RWE-Aktie zählt sogar zu den stärksten Werten im DAX.

Bis 2020 will Deutschland den CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduzieren. Das wird zwar – auch aus Sicht der Unterhändler der großen Koalition – nicht zu erreichen sein. Die Parteien wollen dieser Marke näher kommen, als derzeit möglich scheint. Ein Maßnahmenpaket soll die Lücke so weit wie möglich schließen.

Am stärksten betroffen sind davon die Kraftwerksbetreiber RWE und Uniper. Branchenvertreter gehen aber davon aus, dass es „verantwortbar“ ist, weitere fünf Gigawatt Kohleenergie gegen Entschädigung vom Netz zu nehmen. Ein schärferes Vorgehen erscheint unwahrscheinlich. Die letztlich gescheiterte Jamaika-Koalition hatte geplant, Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von bis zu sieben Gigawatt zu schließen.

Kommission geplant

Nach der staatlichen Atomkommission soll es künftig auch eine Kohlekommission geben. „Wir werden eine Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffene Länder und Regionen einsetzen, die bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm erarbeiten soll“, heißt es im Sondierungspapier der großen Koalition. Die Maßnahmen sollen auch dabei helfen, dass der Ökostromanteil bis 2030 auf 65 Prozent steigt.

Garant für Versorgungssicherheit

RWE betreibt rund 60 Prozent der gesamten deutschen Braunkohleleistung. Angst vor einem schnellen Ausstieg hat der Konzern aber nicht. Zu Recht: Ohne Kohle wäre die Versorgungssicherheit nicht mehr garantiert. Die Anlagen von RWE dürften deshalb länger benötigt werden als ursprünglich gedacht, auch die Einführung eines Kapazitätsmarkts erscheint möglich. Die Aktie hat sich nach der Innogy-Gewinnwarnung wieder stabilisiert. Ein Neueinstieg bietet sich aber erst oberhalb des Widerstandes bei 19,00 Euro an.

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