RWE
- Nikolas Kessler - Volontär

RWE plant die Aufspaltung – neue Gesellschaft soll an die Börse

Der Energiekonzern RWE will sich aufspalten. Die Geschäftsfelder Erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb sollen in eine neue Gesellschaft ausgelagert und teilweise an die Börse gebracht werden. In einer ersten Reaktion ist die RWE-Aktie deutlich nach oben gesprungen.

Wie aus einer Pflichtmitteilung des Unternehmens hervorgeht, hat der RWE-Vorstand die Aufspaltung des Konzerns beschlossen. Dabei soll das Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Erneuerbaren Energien in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden. Die konventionellen Kraftwerke sollen hingegen beim Hauptkonzern bleiben. Bereits am 11. Dezember soll der Aufsichtsrat über die entsprechenden Pläne abstimmen.

Im Falle der Zustimmung sollen bis Ende 2016 rund zehn Prozent der neuen Gesellschaft an die Börse gebracht werden. RWE behält sich auch die Veräußerung weiterer Anteile vor, will aber zunächst Mehrheitsaktionär bleiben. Im Zuge des IPOs plant der Energieriese außerdem eine Kapitalerhöhung, um die Investitionskraft zu stärken.

Aktie startet durch

An der Börse wurden die Pläne am Dienstag positiv aufgenommen – die RWE-Aktie ist zwischenzeitlich mit einem Plus von mehr als sieben Prozent an die DAX-Spitze gesprungen. Bei den Anlegern scheine die Aussicht auf die Erlöse im Fall eines möglichen Börsengangs gut anzukommen, kommentierte ein Händler. Diese könnte RWE zur Verringerung der Schuldenlast verwenden.

Zuletzt hatte RWE-Chef Peter Terium das mangelnde Interesse der Investoren beklagt und eine Kapitalerhöhung ins Spiel gebracht, da dem Konzern das Geld für Wachstum fehle.

 

Abwarten!

Vermutlich war es der RWE-Spitze schon seit längerem klar: Die Krise aussitzen und dagegen anzusparen wird nicht funktionieren. Mit der Teilung folgt RWE nun dem Branchenkollegen E.on, der seine Aufspaltung im Januar 2016 vollziehen will.

Das Vorbild E.on zeigt aber auch, dass ein solches Vorhaben alles andere als einfach und sicher nicht billig wird. Anleger sollten daher weiterhin an der Seitenlinie bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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