TRAFFIC.COM INC. DL -,01
- DER AKTIONÄR

Rush Hour

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stößt überraschend schnell an seine Grenzen, wer über keinen fahrbaren Untersatz verfügt. Öffentlicher Nahverkehr, wie man ihn beispielsweise aus Deutschland kennt, ist für die Stadtplaner jahrzehntelang ein Fremdwort gewesen und die Schiene praktisch dem Güterverkehr vorbehalten. Deshalb sind selbst zehnspurige Straßen mitunter stundenlang "dicht."

Amerika steht vor dem Verkehrsinfarkt - Blechlawinen, so weit das Auge reicht. Was die Autofahrer in den Wahnsinn zu treiben droht, bringt bei Traffic.com die Kasse zum Klingeln.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stößt überraschend schnell an seine Grenzen, wer über keinen fahrbaren Untersatz verfügt. Öffentlicher Nahverkehr, wie man ihn beispielsweise aus Deutschland kennt, ist für die Stadtplaner jahrzehntelang ein Fremdwort gewesen und die Schiene praktisch dem Güterverkehr vorbehalten. Das und die mittlerweile 150 Millionen registrierten PKWs erklären, warum selbst zehnspurige Ein- und Ausfallstraßen zu den Hauptverkehrszeiten mitunter stundenlang „dicht“ sind. Wer als Autofahrer dem täglichen Stau ein Schnippchen schlagen will, muss sich schon was einfallen lassen.

Wissen ist Zeit

Eine Möglichkeit besteht im Abhören von Verkehrsnachrichten. Mehr Informationen – und damit vielleicht den entscheidenden Informationsvorsprung – gibt es aber auf den Internetseiten von Traffic.com. Die US-Firma bietet detaillierte Verkehrsinformationen für 35 Metropolen, darunter Boston, Chicago, New York oder auch Philadelphia. Mittels an den Straßen installierten Sensoren misst Traffic.com kontinuierlich den Verkehrsstrom. Hubschrauber und Mitarbeiter auf den Straßen versorgen das Netzwerk zudem ständig mit Meldungen über Unfälle, Bauarbeiten oder andere Behinderungen. Die Computer arbeiten die Datenflut in Echtzeit in Routenkarten ein und sagen dann Verkehrsdichte, Geschwindigkeit und Wartezeiten für jede denkbare Strecke voraus.

Drei Umsatzsäulen

Bis dato hat Traffic.com den Löwenanteil seiner Umsätze – 2005 gingen 43,5 Millionen Dollar durch die Bücher – mit der Vermarktung von Radio- und Fernsehwerbung erzielt. Zusätzliche Einnahmen resultierten aus Geschäften mit der US-Transportbehörde. In den vergangenen Monaten wurden weitere Kunden gewonnen, darunter der GPS-Spezialist Garmin, der die Daten in seine Navigationsgeräte integriert, XM Satellite und NAVTEQ. Darüber hinaus strebt Traffic.com Kooperationen mit Internetfirmen an, die mehr Nutzer auf die eigenen Seiten lotsen sollen. Das Kalkül: Je mehr Besucher auf den Seiten, desto interessanter ist Traffic.com für die Werbeindustrie. In den kommenden drei Jahren sollen die Werbeumsätze bereits bis zu 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen – das entspräche einem Wert von rund 25 Millionen Dollar bei einer Umsatzprognose von 75 Millionen Dollar.

Nischenplayer mit Potenzial

Traffic.com arbeitet in einem Wachstumsmarkt – der Verkehr in den US-Metropolen dürfte weiter zunehmen und damit die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Verkehrsnachrichten ankurbeln. Zusätzliche starke Wachstumsimpulse sollten aus dem noch jungen Geschäftszweig Internetwerbung kommen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/2006.

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