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- Nikolas Kessler - Volontär

Formel 1 wechselt den Besitzer – RTL-Übertragungsrechte in Gefahr?

Als langjähriger TV-Partner in Deutschland hat RTL am Donnerstag gelassen auf den Verkauf der Formel 1 an den US-Medienkonzern Liberty Media reagiert. Auch die Verluste der Aktie halten sich in Grenzen.

Lange war bereits spekuliert worden, seit Mittwochabend ist es offiziell: Liberty Media wird den bisherigen Formel-1-Hauptgesellschafter CVC ablösen. Nach Angaben der Unternehmen zahlt Liberty Media 4,4 Milliarden Dollar (etwa 3,9 Milliarden Euro) und übernimmt Schulden in ähnlicher Höhe. Insgesamt werde die Formel 1 bei der Transaktion mit 8,0 Milliarden Dollar bewertet.

Künftig nicht mehr bei RTL?

Beim TV-Sender RTL, der seit 25 Jahren die Rennen der Motorsport-Königsklasse überträgt und dessen Vertrag Ende 2017 ausläuft, reagiert man gelassen auf den Besitzerwechsel. „Wir gehen nach jetzigem Stand davon aus, dass Bernie Ecclestone auch weiterhin unser Ansprechpartner sein wird“, teilte RTL-Sportchef Manfred Loppe am Donnerstag mit.

Loppe verwies darauf, dass der Motorsport-Deal ganz frisch ist: „Zur Vermarktungsstrategie des neuen Formel 1-Eigentümers haben wir deshalb noch keinerlei Informationen.“ RTL sei seit 25 Jahren ein verlässlicher Partner, zudem sei es nicht der erste Besitzerwechsel in der Formel 1, so der Sportchef.

Experten rechnen mit weitreichenden Änderungen in der Formel 1, für die Anleger dürfte jedoch vor allem die Frage nach künftigen Übertragungsrechten interessant sein. Liberty Media hatte bereits angekündigt, mehr Geld mit den TV-Rechten einnehmen zu wollen.

Gut möglich also, dass RTL und auch Sky im Falle einer Vertragsverlängerung ab 2018 deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Zudem wäre denkbar, dass die Formel 1 nur noch auf der Bezahlplattform von Eurosport live zu sehen ist – denn die Eurosport-Mutter Discovery gehört ebenso wie Liberty Media zum Medienimperium von John Malone.

Aktie halten

Die RTL-Aktie verliert am Donnerstagnachmittag rund 0,9 Prozent. Neben der ungewissen Zukunft bei den Formel-1-Rechten drückt dabei auch eine Kurszielsenkung von Morgan Stanley auf die Stimmung. Trotzdem besteht derzeit kein Grund zur Sorge. Nicht zuletzt dank der stattlichen Dividendenrendite von über fünf Prozent sollten Anleger dabei bleiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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