- DER AKTIONÄR

Rothmann - Erfolgreicher Dritter?

Nach den holprigen Börsendebüts von HCI und Lloyd Fonds hofft mit Rothmann der dritte Finanzdienstleister im Bunde auf mehr Glück im Frankfurter Handel. DER AKTIONÄR hat den Börsenneuling vorab unter die Lupe genommen.

Nach den holprigen Börsendebüts von HCI und Lloyd Fonds hofft mit Rothmann der dritte Finanzdienstleister im Bunde auf mehr Glück im Frankfurter Handel. DER AKTIONÄR hat den Börsenneuling vorab unter die Lupe genommen.

Von Nancy Lanzendörfer

Der nächste IPO-Kandidat gibt Fonds in den Bereichen Leasing, Logistikimmobilien und Lebensversicherungen aus - und doch ist er mit den frisch börsennotierten Emissionshäusern HCI Capital und Lloyd Fonds nur bedingt zu vergleichen. Denn unter dem Dach der Finanzhaus Rothmann AG wird auch Finanzdock, ein Internetportal für freie Finanzdienstleister, sowie die Bank Hesse Newman geführt. Im letzten Jahr trugen die beiden neuen Geschäfte zwar kaum zum Ergebnis bei. 2008 soll Rothmann & Cie. (als Emissionshaus für geschlossene Fonds) aber nur noch 20 Prozent, Finanzdock und Rothmann & Cie. Datenservice jeweils 35 und Hesse Newman 10 Prozent zum EBIT beisteuern.

"Keine Frage ob, sondern wann"

Schon in den ersten neun Monaten 2005 verdoppelte sich die Zahl der durchschnittlich 135 Euro monatlich zahlenden Nutzer von Finanzdock. Bis Jahresende soll sie sich auf bis zu 2.000 verdreifachen. 2006 werden hier schwarze Zahlen erwartet, die in den Folgejahren stark steigen dürften. Im Gespräch mit dem aktionär erläutert Vorstand Rüdiger Wolf: "10.000 Lizenzen sind nicht mehr eine Frage ob, sondern wann, also 2007 oder 2008". Dann sollen auch die restlichen 50 Prozent von Hesse Newman zu einem "sehr niedrigen Kaufpreis" übernommen werden und als (wie zukünftig erforderlich) Haftungsdach für Finanzdienstleister fungieren. Rothmanns Fondsprodukte sind von der jüngsten Gesetzesvorlage für Geschlossene Fonds nicht betroffen.

Günstiger, als gedacht

Da HCI und Lloyd seit ihrer Erstnotiz im Oktober im Minus notieren, wird der Börsengang von Rothmann von einigen Anlegern skeptisch beäugt. Andere wiederum betonen das unterschiedliche Geschäftsmodell und die Tatsache, dass Rothmann 15,5 Millionen Euro zufließen und damit fast der komplette Emissionserlös. Lediglich die Mehrzuteilungsoption stellt die Muttergesellschaft Albis Leasing, die sich zu einer Haltefrist von zwölf Monaten verpflichtet hat.

Darüber hinaus liegt der Ausgabepreis von 1,55 Euro unter den Erwartungen. Independent Research etwa ermittelte auch anhand eines Peergroup-Vergleichs einen fairen Wert von 1,80 Euro je Aktie - bei einem rasanten Wachstum: Der Umsatz kletterte von 20,4 Millionen Euro 2002 auf über 35 Millionen im letzten Jahr. Und bereits 2006 soll er bei über 50 Millionen liegen. Das EBIT könnte Analysten zufolge dann mehr als elf Millionen Euro betragen, nach sechs Millionen 2004. Die Dividendenrendite dürfte bereits 2005 bei rund fünf Prozent liegen.

Erfolg versprechend

Das vielversprechende Geschäftsmodell der Finanzhaus Rothmann AG, die moderate Bewertung und die hohe Dividendenrendite sprechen für die Attraktivität der Aktie. Mittelfristig sollte sich daher ein Einstieg im Bereich des Emissionspreises von 1,55 Euro auszahlen.

Artikel aus DER AKTIONÄR (48/05).

 

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