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- Norbert Sesselmann - Redakteur

Rote Karte für ManU: Anleger bleiben an der Seitenlinie

Fußball-Aktien sind und bleiben nur etwas für treue Fußballfans. Ein langfristiger Vermögensaufbau ist kaum möglich – keine Ausnahme dürfte das Papier von Manchester United sein. Der Börsengang verlief alles andere als reibungslos.

Auf dem Platz hatte Manchester United zuletzt nicht mehr den gewünschten Erfolg, und auch an der Börse muss der englische Fußball-Rekordmeister zu Beginn eine Schlappe einstecken. Der Club wird seine Aktien für weniger Geld los als geplant. Statt, wie erhofft, bis zu 20 Dollar je Anteilsschein zu bekommen, müssen sich die Red Devils mit 14 Dollar begnügen. Damit schrumpfen die Gesamteinnahmen von 333 Millionen auf 233 Millionen Dollar (190 Millionen Euro). Es kam nur ein kleiner Teil der Aktien an die Börse. Der größere Teil bleibt in den Händen der amerikanischen Milliardärs-Familie Glazers.

Hohe Schulden und Aktionäre haben nix zu melden

Rückblick: Malcolm Glazer hatte Manchester United im Jahr 2005 für 790 Millionen Pfund (heute eine Milliarde Euro) erworben, anschließend von der Börse genommen und dem Verein die Kaufsumme als Schulden aufgebürdet. Aktuell steht Manchester mit 437 Millionen Pfund (rund 560 Millionen Euro) in den Miesen. Glazer wird auch nach dem Börsengang die Fäden ziehen, da er nur einen kleinen Teil seiner Aktien verkauft. Sein Stimmrechtsanteil wird bei satten 98,7 Prozent liegen

Stützungskäufe?

Der erste Kurs an der Wall Street lag am letzten Freitag bei 14,05 Dollar. Am Ende schloss die ManU-Aktie genau auf dem Ausgabekurs von 14 Dollar. Experten vermuten, dass die Banken zu Stützungskäufen als Rettungsmaßnahme griffen, um den Titel nicht unter den Ausgabekurs fallen zu lassen.

An der Seitenlinie bleiben

Keine Frage: Manchester United gehört zu den besten Fußballclubs der Welt. In den Depots der Anleger hat die Aktie aber nichts verloren. Der wirtschaftliche Erfolg ist sehr vom sportlichen Erfolg abhängig und dieser lässt sich langfristig nicht planen. Das Risiko für ein Investment ist daher sehr groß. Gemessen am Aktienpreis ist ManU insgesamt - also einschließlich der nicht an der Börse notierten Aktien der Milliardärsfamilie - 2,3 Milliarden Dollar wert und zudem viel zu teuer.

Mit Material von dpa-AFX

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