Brill. China Autom. Hldgs Ltd.
- DER AKTIONÄR

Rollender Riese

Die Siegesfahrt des ersten chinesischen Autos in Deutschland endete im September 2005 abrupt - in einer Mauer des ADAC. Der ruinöse Crashtest machte deutlich, dass der Geländewagen Landwind der Firma JMC noch nicht reif für den westeuropäischen Markt war. Ende dieses Monats folgt nun ein zweiter Anlauf. Am 28. November stellt der Autohersteller Brilliance China Automotive Holdingsn Bonn ein China-Auto für Mitteleuropa vor.

Die Chinesen haben schnell gelernt. Brilliance präsentiert ein konkurrenzfähiges Oberklasse-Auto für Deutschland.

Die Siegesfahrt des ersten chinesischen Autos in Deutschland endete im September 2005 abrupt – in einer Mauer des ADAC. Der ruinöse Crashtest machte deutlich, dass der Geländewagen Landwind der Firma JMC noch nicht reif für den westeuropäischen Markt war. Ende dieses Monats folgt nun ein zweiter Anlauf. Am 28. November stellt der Autohersteller Brilliance China Automotive Holdings, ein Joint-Venture-Partner von BMW und Toyota, in Bonn ein China-Auto für Mitteleuropa vor. Wenngleich der neue Zhonghua offiziell nichts mit einem BMW gemeinsam hat, ist sicher, dass die Chinesen bei der Fertigung der bayrischen Luxuskarossen viel für ihre eigene, preisgünstige Limousine gelernt haben.

3.000 Autos aus Fernost

Ohnehin wird dieses Mal nichts dem Zufall überlassen. Der Zhonghua würde alle europäischen Sicherheits- und Qualitätsansprüche erfüllen. Tests mit DEKRA und TÜV Nord hätten zu „soliden Ergebnissen“ geführt, so der deutsche Importeur. Schon im vierten Quartal 2006 sollen die ersten von 3.000 Limousinen in Deutschland, Benelux, Österreich, der Schweiz und Polen ausgeliefert werden. Insgesamt baut Brilliance dieses Jahr rund 200.000 Fahrzeuge. Darunter etwa 80.000 Minibusse, 60.000 Kleinlaster und 40.000 Limousinen. Darüber hinaus produzieren die Chinesen gemeinsam mit BMW im laufenden Jahr 20.000 3er und 5er für den chinesischen Markt. Ende November stellt das Joint-Venture eine selbstentwickelte 5er-Langversion vor.

Schnelles Wachstum

Ein Erfolg des Zhonghua in Europa dürfte den Turnaround von Brilliance einleiten. Anfang 2006 musste Brilliance wegen allgemeiner Überkapazitäten für 2005 noch eine Gewinnwarnung aussprechen. Doch im ersten Halbjahr 2006 konnten die Erlöse um kräftige 80 Prozent auf 4,35 Milliarden Renmimbi (0,43 Milliarden Euro) gesteigert werden. Die operativen Verluste haben sich auf 16 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. In der zweiten Jahreshälfte wird von einer weiteren Entspannung im chinesischen Absatzmarkt ausgegangen. Analysten erwarten 2007 die Rückkehr in die Gewinnzone – das 2008er-KGV liegt bei günstigen 13.

Aktie vor Trendwende

China wird Deutschland bald als weltweit drittgrößten Autoproduzenten ablösen. Der als BMW-Partner gut positionierte Hersteller Brilliance dürfte ein großer Gewinner dieser Entwicklung werden. Kurzfristige Impulse wird die kurz bevorstehende Europa-Expansion bringen. Die Aktie wird mit hohen Umsätzen in Hongkong gehandelt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 47/2006.

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