Rocket Internet
- Nikolas Kessler - Redakteur

Rocket Internet: Ist der Tiefpunkt jetzt erreicht?

Die Wirtschaftswoche nimmt im der neuesten Ausgabe Rocket Internet und die Beteiligungen Delivery Hero und Hello Fresh genau unter die Lupe – und stellt der Start-up-Schmiede kein gutes Zeugnis aus. Auch wenn die Aktie am Freitag zunächst kaum reagiert, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt.

Rocket Internet braucht dringend ein Erfolgserlebnis – am besten den Börsengang einer der großen Beteiligungen. Das ist unstrittig. Ausgerechnet beim Essenslieferdienst Delivery Hero, der bislang größten Börsenhoffnung der Berliner, hakt es aber gewaltig. Wie das Magazin unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, könnte sich die Übernahme von Foodpanda im Dezember 2016 als kontraproduktiv erweisen.

Gemeinsam hätten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen operativen Verlust (EBITDA) von 117 Millionen Euro angehäuft. Und auch 2017 werde Foodpanda wohl rote Zahlen schreiben. Bei Delivery Hero war vor der Übernahme des Konkurrenten hingegen im dritten Quartal mit dem Sprung in die Gewinnzone gerechnet worden.

Kann Hello Fresh einspringen?

Auch der Kochboxen-Lieferdienst Hello Fresh, an der Rocket Internet mit über 50 Prozent beteiligt ist und ebenfalls als potenzieller Börsenkandidat gilt, werde 2017 Verlust schreiben. Das Unternehmen befinde sich nach Angaben von Gründer Dominik Richter weiterhin im „Investitionsmodus“. Die hohen Wachstumsraten seien dabei mit hohen Marketingausgaben teuer erkauft – und noch dazu zu hohen Zinsen kreditfinanziert.

Immerhin: Bei der Finanzierungsrunde im Dezember 2016 konnte Hello Fresh den Staatsfonds von Katar als weiteren Investor gewinnen. Wie viel von den insgesamt eingesammelten 85 Millionen Euro aus Katar stammt und welchen Anteil der Staatsfonds nun hält, wurde nicht bekannt. Dass die Bewertung des Unternehmens im Zuge dessen auf zwei Milliarden Euro reduziert wurde, muss für ein möglicherweise bevorstehendes IPO kein Nachteil sein.

Keine Entwarnung!

Rocket-Chef Oliver Samwer hat für 2017 den Börsengang von mindestens einer Beteiligung angekündigt, wenn der Aktienmarkt mitspielt. Darauf hat auch DER AKTIONÄR gesetzt, als in Ausgabe 02/2017 die Eröffnung einer Trading-Position vorgeschlagen wurde. Anleger, die der Empfehlung gefolgt sind, brauchen bislang aber starke Nerven. Denn seit dem Teilausstieg des Großinvestors Kinnevik hat die Aktie ihre Talfahrt beschleunigt.

Die vermeintlichen Hiobsbotschaften zu den beiden Börsenkandidaten können die Rocket-Anleger am Freitag indes nicht mehr schocken. Nach der moderaten Erholung vom Vortag tritt die Aktie am Vormittag auf der Stelle. Der Abstand zum Stopp bei 15,70 Euro ist jedoch alles andere als komfortabel. Im Falle weiterer schlechter Nachrichten oder einem erneuten Anteilsverkauf von Kinnevik nach der 90-tägigen Sperrfrist könnte der Abwärtsdruck schnell wieder steigen. Anleger sollten auf der Hut bleiben.

 


 

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