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- Andreas Deutsch - Redakteur

Robert Halver: Peking weiß, worum es geht

Die Turbulenzen in China versetzen Experte Robert Halver nicht in Panik. Er vertraut darauf, dass die Regierung in Peking bald Maßnahmen ergreift.

DER AKTIONÄR: Herr Halver, wie ernst ist die Lage in China wirklich?

ROBERT HALVER: In China fallen zurzeit viele Säcke Reis um. Eine gemäß Einkaufsmanagerindex des Finanzdatenanbieters Caixin trübe Industriestimmung unterhalb der Expansion anzeigenden Schwelle von 50 – und das seit fast einem Jahr – unterstreicht die Lethargie der chinesischen Industrie deutlich. Zudem hat der Immobilienmarkt seinen Zenit überschritten. Diese negativen Vermögenseffekte über Immobilien und Aktien bedrohen die Investitionsfreude in China.

Wie es aussieht, entwickelt sich auch der Konsum schlecht.

Richtig. Dabei soll doch gerade der Konsum den Übergang der chinesischen Volkswirtschaft von ihrer Immobilien- und Investitionsabhängigkeit zu einer nachhaltigen Binnenwirtschaft ebnen. Eine Wiederholung der Asienkrise von 1997/1998 ist dennoch nicht zu erwarten.

Was macht Sie da so sicher?

China wird im Rahmen seines neuen 5-Jahres-Plans 2016 bis 2020 ein ganzes Feuerwerk an künstlichen konjunktur- und geldpolitischen Maßnahmen abbrennen, was auch den Anrainerstaaten Chinas zugutekommt. Das hat zwar mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, doch wird sich sicherlich keine westliche Exportnation über planwirtschaftlich, künstliche Befruchtung beschweren. China darf nicht kippen, denn wenn es kippt, kippt auch die Weltkonjunktur und Finanzwirtschaft und das endgültig.

Warum reagiert die chinesische Börse angesichts dieser positiven Aussichten trotzdem so unfassbar volatil?

Man darf nicht den Fehler machen und den Aktienmarkt in China als Spiegelbild der Wirtschaft betrachten. Das geht in den USA und in Deutsch­land. In China haben wir es aber mit einer Zockerbörse zu tun, wie wir das vom Neuen Markt her kennen. Da sind mehr Glücksritter als nachhaltige Investoren vertreten. Die wirtschaftliche Lage in China ist alles in allem besser als ihr Ruf, der vom Aktienmarkt ausgeht.

Das komplette Interview lesen Sie in der AKTIONÄR-Ausgabe 3/2016 – noch bis Dienstag am Kiosk!

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