Rio Tinto
- Thorsten Küfner - Redakteur

Rio Tinto, Macquarie und Co: Australiens Börse im Check

Derzeit beherrscht die verheerende Flut im Bundesstaat Queensland die Berichterstattung über Australien. Clevere Anleger sollten dennoch einen Blick auf das Land werfen, schließlich sind die anhaltend hohen Rohstoffpreise ein Segen für die Börse in Sydney.

Sieht man die Nachrichten, käme man angesichts der verheerenden Fluten im Nordosten Australiens kaum auf die Idee, dass Australien einer der aussichtsreichsten Märkte für 2011 ist. Schließlich werden die Einkommensverluste allein für die Bergbau- und Agrarindustrie auf fast fünf Milliarden Euro geschätzt - und einigen Meteorologen zufolge könnten die Fluten sogar noch drei Monate andauern.

Andererseits profitieren viele nicht im betroffenen Bundesstaat Queensland ansässige Firmen von den flutbedingt anziehenden Preisen für Weizen oder Kohle. Experten rechnen für 2011 ohnehin mit einer Fortsetzung der Rohstoffhausse - wovon kaum ein Land so stark profitiert wie Australien. Schließlich verfügt der fünfte Kontinent über bedeutende Vorkommen an Kupfer, Öl oder Uran und ist ein führendes Agrarland.

Rio Tinto: Günstig zu haben

Zu den größten Profiteuren anziehender Rohstoffe zählt zweifellos der Bergbaukonzern Rio Tinto, der zu den Top 5 der Branche zählt. Das Unternehmen profitiert von der starken konjunkturellen Entwicklung der aufstrebenden Volkswirtschaften in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Experten rechnen damit, dass Rio Tintos wichtigste Umsatzbringer, die Eisenerz- und die Aluminiumsparte, 2011 dank anhaltend hoher Nachfrage deutliche Erlöszuwächse verbuchen werden. Die Überschwemmungen beeinträchtigen das Kohlegeschäft des Unternehmens in Australien zwar deutlich, allerdings fördert Rio Tinto auch in Minen außerhalb der betroffenen Gebiete sowie in den USA Kohle und profitiert dabei vom stark angestiegenen Kohlepreis. Citigroup-Analyst Heath Jansen rechnete vor, dass Rio Tintos Gewinn bei einem Produktionsstop von ein bis zwei Monaten nicht sinken dürfte. Erst bei etwa sechs Monaten würde sich die Flut auch im Konzernergebnis negativ widerspiegeln. Indes sollten belastende Einflüsse durch die Flut angesichts eines 2011er-KGVs von 8 bereits im Kurs eingepreist sein. 

Zudem fördern einige australische Firmen auch Seltene Erden. Die interessantesten Aktien finden Sie in der aktuellen Ausgabe 03/11 des AKTIONÄRs (hier als ePaper erhältlich) auf Seite 28.

Die Bank gewinnt immer

Es ist kein Geheimnis, dass in einer florierenden Volkswirtschaft die Banken sehr gut verdienen. Auch in Down Under ist dies nicht anders, weshalb Anleger sich Aktien der Macquarie Group in ihr Depot legen sollten. Die größte Bank Australiens profitiert von der soliden Wirtschaftsentwicklung. Dies beschert dem Konzern steigende Erträge und sorgt für einen niedrig bleibenden Bestand an faulen Krediten. Für Fantasie sorgt zudem das starke Engagement des Konzerns im Ausland. In Deutschland wagte Macquarie durch die Übernahme der Investmentbanking-Aktivitäten von Sal. Oppenheim einen bedeutenden Schritt. Mit einem KGV von 9 für das Geschäftsjahr 2011/12 (31.03.) ist die Aktie aufgrund eines erwarteten Gewinnwachstums im zweistelligen Prozentbereich noch günstig bewertet.

Alles in einem Zertifikat

Wer sich nicht auf Einzelaktien festlegen will, sollte sich ein Zertifikat auf den S&P ASX 200 ins Depot legen. Welches Derivat hierfür am besten geeignet ist und welche anderen Märkte 2011 Schwung in Ihr Depot bringen können, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe 03/11 (hier als ePaper erhältlich).

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