FREENET AG
- DER AKTIONÄR

RING FREI FÜR FREENET

Im Schlagabtausch zwischen Freenet und United Internet ist eine Vorentscheidung gefallen. Nach einigen hartumkämpften Runden scheint Freenet-Chef Eckhard Spoerr den Kampf zu seinen Gunsten entschieden zu haben. Ganz geschlagen gibt sich Herausforderer Ralf Dommermuth allerdings noch nicht.

Ralf Dommermuth, der Firmenlenker von United Internet, dürfte eine unruhige Nacht hinter sich haben. Trotz heftiger Gegenwehr konnte er die Übernahme von Debitel durch Freenet nicht verhindern. Der Großaktionär buhlt hartnäckig um Freenet, wobei sein Interesse insbesondere dem DSL-Geschäft gilt. In der Nacht von Sonntag auf Montag meldete Freenet dann aber den Vertragsschluss mit dem Debitel-Eigner Permira und die Zustimmung des Kontrollgremiums. Selbst die Aussicht auf ein noch höheres Übernahmeangebot von möglicherweise 16 Euro pro Aktie konnte den Aufsichtsrat nicht umstimmen. Für den Erwerb des Konkurrenten Debitel müssen die Norddeutschen rund 1,63 Milliarden Euro auf den Tisch legen.p>

Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts entsteht mit circa 19 Millionen Kunden und mehr als 1000 Filialen der größte Mobilfunk-Service-Provider sowie die Nummer 3 der Mobilfunkanbieter in Deutschland. Freenet-Chef Eckhard Spoerr, der Vorstand bleiben soll, verspricht sich von der Verschmelzung mit Debitel bessere Wachstumschancen im hart umkämpften Mobilfunk-Markt.

Aktie fährt Achterbahn

Der heftige Schlagabtausch sorgt für eine Berg- und Talfahrt bei den Papieren. Noch am Wochenende hieß es, dass die Opposition um United Internet und Drillisch acht weitere institutionelle Investoren gefunden hätte, die mit ihrem gemeinsamen Anteilspaket von 58 Prozent Freenet übernehmen und anschließend zerschlagen wollen. Der Freenet-Kurs zog daraufhin außerbörslich massiv an. Nachdem die Debitel-Übernahme durchsickerte, schlug der Kurs allerdings in die andere Richtung aus: Die Aktie verlor im frühen Montagshandel zunächst mehr als zehn Prozent. Viele Anleger trennten sich von den Titeln, da die Übernahmefantasie nun gewichen ist. Aber auch diese Tendenz änderte sich schnell: Innerhalb kürzester Zeit drehte die Freenet-Notierung dann wieder ins Plus. Ganz vom Tisch ist Händlern zufolge eine Übernahme der DSL-Sparte durch United Internet noch nicht. Denn ohne diesen Spartenverkauf dürfte Freenet die Übernahme von Debitel kaum stemmen können.

FAZIT:

Die Übernahmefantasie bei der Aktie von Freenet ist nach dem Kauf von Debitel erst einmal gewichen. Kurzfristig sollte eine Beruhigung abgewartet werden. Allerdings können risikofreudige Anleger auf ein neues Übernahmeangebot der DSL/Festnetzsparte wetten. Mittelfristig könnte sich der Kauf von Debitel wertsteigernd auf das Freenet-Geschäft auswirken.

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