ALLIA.BOOTS PLC LS-,37179
- DER AKTIONÄR

Riesen-Fusion

In Deutschland unterliegt die Medikamentenabgabe einer strengen Gesetzgebung. So ist es Kapitalgesellschaften untersagt, Apotheken zu führen. Lediglich zugelassene Fachkräfte dürfen Medikamente verkaufen. Einige Nachbarländer haben sich von dieser Regelung befreit: Seit in Norwegen vor knapp zwei Jahren das Zulassungsrecht geändert wurde, existieren dort nahezu keine selbständigen Apotheker mehr.

Durch den Zusammenschluss von Boots und Alliance Unichem ist in Großbritannien die weltweit drittgrößte Apothekenkette entstanden.

In Deutschland unterliegt die Medikamentenabgabe einer strengen Gesetzgebung. So ist es Kapitalgesellschaften untersagt, Apotheken zu führen. Lediglich zugelassene Fachkräfte dürfen Medikamente verkaufen. Einige Nachbarländer haben sich von dieser Regelung befreit: Seit in Norwegen vor knapp zwei Jahren das Zulassungsrecht geändert wurde, existieren dort nahezu keine selbständigen Apotheker mehr. In Großbritannien ist bereits die Hälfte aller Apotheken in der Hand von Groß- und Einzelhandelsketten.

Europas Nummer 1

Auf der Insel handelt es sich dabei meist um Filialen von Alliance Boots. Der Pharmagroßhändler besitzt allein in Großbritannien rund 2.600 Drogerien und Apotheken, weitere 400 werden auf dem europäischen Festland betrieben. Zudem beliefert man mehrere zehntausend Einzelhändler mit Pharmaprodukten. Alliance Boots ist aus der größten britischen Drogeriekette Boots und dem Pharmahändler Alliance Unichem entstanden. Die Fusion, im Oktober 2005 beschlossen, wurde im März dieses Jahres in trockene Tücher gebracht. Die gesamte Transaktion hatte ein Volumen von 4,4 Milliarden Euro. Boots-Aktionäre halten mit einem Anteil von 52,2 Prozent die Mehrheit an dem neuen Konzern.

Synergieeffekte

Nach der Integration, die insgesamt vier Jahre dauern soll, erwartet Alliance Boots durch den Zusammenschluss jährliche Einsparungen in Höhe von rund 150 Millionen Euro. Allerdings kommen auf das Unternehmen zunächst Sonderbelastungen von knapp 80 Millionen Euro zu. Dennoch ist Alliance Unichem und Boots mit der Fusion ein strategisch cleverer Schachzug geglückt. Die gemeinsamen Apotheken können die Produkte zu günstigen Konditionen beziehen und auch verkaufen. Das macht sie wettbewerbsfähiger gegenüber der Konkurrenz. Außerdem war der Zusammenschluss für Boots quasi Rettung in höchster Not. Das Unternehmen litt unter Drogeristen wie Tesco, die ihre Artikel zu Dumpingpreisen anbieten konnten. In den vergangenen Jahren musste das Unternehmen deswegen mehrere Gewinnwarnungen herausgeben.

Günstiger Wachstumswert

Alliance Boots wird im Juni 2007 erstmals nach der Fusion Gesamtjahreszahlen präsentieren. Analysten erwarten bei einem Umsatz von 21 Milliarden Euro einen Gewinn pro Aktie von 0,67 Euro. Im Geschäftsjahr 2008 soll sich der Gewinn pro Anteilschein auf 0,75 Euro verbessern. Somit ergibt sich auf 2007er-Basis ein günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 37/2006.

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