Rhoen-Klinikum
- Benedikt Kaufmann

Rhön-Klinikum: Jeder muss mal

Geburt, Krankheit und Alter sind unvermeidbare Probleme. Und wohin zieht es uns mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn wir solchen Problemen gegenüberstehen? In jährlich 19,2 Millionen Fällen in eines der rund 2000 deutschen Krankenhäuser. Dabei sind die Krankenhäuser selbst Dauer-Patienten des Gesundheitswesens. Eine Heilung ist in Sicht durch eine Privatisierung.

Allein aufgrund ihrer Größe haben private Unternehmen wie Rhön-Klinikum Vorteile beim Einkauf, bei der Logistik, bei Labordienstleistungen, bei Reinigungs-Aufträgen und in der Speisenversorgung. Bisher ist jedes dritte Krankenhaus, aber nur jedes sechste Krankenhausbett in privater Trägerschaft. Es ist aber anzunehmen, dass die Privatisierungswelle aufgrund der sich bietenden wirtschaftlichen Vorteile nicht abflacht.

Innovation wird erleichtert

Eine weitere Chance privater Klinik-Konzerne ist die Möglichkeit, durch neue Digitalisierungsmaßnahmen ihren Informationsfluss zu verbessern, aber auch Pilotprojekte im Bereich der digitalen „Medizin 4.0“ unternehmensintern zu testen. Rhön-Klinikum hat auf diesem Gebiet durch die Zusammenarbeit mit IBM in Deutschland eine Vorreiterstellung übernommen.

Neue Möglichkeiten auszuloten passt gut in das innovative Geschäftsmodell von Rhön-Klinikum. So soll der 181 Millionen Euro teure Campus-Neubau in Bad Neustadt eine enge Verzahnung unterschiedlicher Bereiche bewirken, indem unter einem Dach alle medizinischen Leistungserbringer der Region zusammenarbeiten.

Wenig Risiko

Diese Verzahnung und die Fokussierung auf die High-End-Medizin dürften die Umsatzentwicklung des Klinikbetreibers stützen. Im laufenden Jahr peilt Rhön-Klinikum einen Umsatz zwischen 1,17 bis 1,20 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,11 Milliarden Euro) an. Dabei soll der operative Gewinn (EBITDA) im Bereich von 155 bis 165 Millionen Euro liegen. Mit 0,80 Euro je Aktie zählt der Konzern zudem zu den attraktivsten Dividendenwerten im MDAX. Mit Rhön-Klinikum kann man auf eine solide Aktie mit einer starken Dividendenredite von gut drei Prozent setzen. Bei einem Beta-Faktor von 0,41 bleibt das Marktrisiko zudem gering.

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| Stefan Limmer | 0 Kommentare

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