Rhoen-Klinikum
- Stefan Limmer - Redakteur

Rhön-Klinikum: Ernüchterung nach Klageandrohung

Die Stimmenanteile des Rhön-Klinikum-Großaktionärs Ludwig Georg Braun wurden aufgrund eines Formfehlers auf der Hauptversammlung nicht gewertet. Dieser will nun gegen die Streichung der 90-Prozent-Klausel klagen. Damit rückt eine mögliche Übernahme durch Fresenius vorerst in die Ferne. Das sind die Hintergründe.

Am Mittwochabend nach der Hauptversammlung von Rhön-Klinikum war die Welt der Aktionäre noch in Ordnung: Die Anteilseigner des fränkischen Klinikbetreibers stimmten mit einer Mehrheit für die Streichung der 90-Prozent-Klausel aus der Satzung. Mit der überraschenden Änderung wurde der Weg frei für einen erneuten Übernahmeversuch durch den Medizinkonzern Fresenius. Im vergangenen Jahr scheiterte der DAX-Konzern mit einer milliardenschweren Offerte, weil nicht die erforderlichen 90 Prozent der Stimmenanteile erreicht wurden.

Hick Hack um Unterschriften

Mittlerweile ist die Begeisterung der Ernüchterung gewichen. Ludwig Georg Braun, der fünf Prozent an Rhön-Klinikum hält, hat angekündigt gegen den Beschluss auf der Hauptversammlung zu klagen. Seine Stimmen wurden von Vorstandsvorsitzenden und Versammlungsleiter Eugen Münch bei der Auszählung schlicht nicht berücksichtigt. Münch begründet sein Handeln damit, dass zwei Unterschriften auf der Vertretungsvollmacht von Braun „komplett unleserlich“ waren. Hätten die Stimmen von Braun, der für den Erhalt der 90-Prozent-Klausel gestimmt hätte, gezählt, wäre alles beim Alten geblieben. Durch die Klageandrohung  kann die beschlossene Satzungsänderung vorerst nicht ins Handelsregister eingetragen werden, eine mögliche Übernahmeofferte durch Fresenius ist daher bis auf weiteres nicht möglich.

Rücksetzer

Die Aktie von Rhön-Klinikum geriet nach der Klageankündigung unter Druck. Solange der Kurs noch über der Unterstützung bei der 17-Euro-Marke notiert ist aus charttechnischer Sicht noch alles in Ordnung. Investierte Anleger bleiben dabei.

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