Research In Motion
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Research in Motion: Nokia holt zum Schlag aus

Die Aktie des Blackberry-Herstellers Research in Motion hat sich seit Oktober um 50 Prozent in die Höhe gschraubt. Anleger spekulieren auf einen Erfolg des für 2013 angekündigten neuen Betriebssystems. Jetzt zeigt aber ausgerechnet Nokia Zähne - ist der Aufschwung vorbei?

Der Streit um wichtige Patente in der Handyindustrie geht in die nächste Runde. Waren es bislang die Branchengrößen Apple und Samsung, die sich quer über alle Kontinente mit Klagen überzogen, hat sich der Kampf jetzt auch auf das Ende der Nahrungskette ausgeweitet. Dort verklagt Nokia den schlingernden Smartphone-Pionier Reserach in Motion (RIM) über eine vor neun Jahren geschlossene Vereinbarung.

Drohender Verkaufsstopp

Bei dem Streit geht es um WLAN-Technologien, für die Nokia die Patentrechte besitzt. Der finnische Handy-Riese bezieht sich vor Gericht in Kalifornien auf das Ergebnis einer Schlichtung in Schweden, wie aus Gerichtsunterlagen nun hervorgeht. Dort war demnach festgestellt worden, dass der Blackberry-Anbieter RIM seine Geräte mit WLAN-Funktechnik erst nach einer Einigung über eine Lizenz für betroffene Nokia-Patente wieder vertreiben dürfe.

Das Problem: Bislang konnten sich die Konzerne nicht auf eine Lösung einigen. Deshalb will Nokia den Verkauf von Blackberrys in den USA stoppen.

Für RIM käme ein Verkaufsstopp einer Katastrophe gleich. Der Smartphone-Pionier leidet unter schnell sinkenden Verkäufen und einer Erosion seiner Marktanteile. Im US-Markt betrug der Anteil zuletzt noch 1,6 Prozent.

RIM-Chef Thorsten Heins setzt mit dem brandneuen Betriebssystem BB10 (kommt Ende Januar) deshalb alles auf eine Karte.

Wette auf den Turnaround

An der Börse spekulieren Anleger seit Wochen auf einen erfolgreichen Verkaufsstart von BB10 und den damit verbundenen Turnaround von Research in Motion.

Die RIM-Aktie hat sich seit Anfang Oktober um zeitweise deutlich mehr als 50 Prozent im Wert verteuert. Am Mittwoch schloss der Titel an der Wall Street 0,38 Dollar höher bei 11,10 Dollar.

Ob RIM das Niveau verteidigen kann, wird sich zeigen. Sollte sich Nokia mit seiner Forderung durchsetzen, könnten auf die Kanadier laut einem Forbes-Artikel Zusatzkosten von 2 bis 5 Dollar pro Gerät an Lizenzgebühren zukommen

Fazit: RIM ist eine Turnaround-Spekulation und eignet sich damit ausschließlich für risikofreudige Anleger. Wer Aktien im Depot hat, sollte die Marke von 9 Dollar im Auge behalten - und bei einem Break die Reißleine ziehen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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