Research In Motion
- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Research in Motion: Anleger bejubeln Millionenverluste in Q2

Die Aktie des strauchelnden Blackberry-Herstellers Research in Motion hat sich am späten Donnerstagabend um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschraubt. Zuvor hatte der Konzern Quartalszahlen veröffentlicht, die deutlich besser als erwartet (befürchtet) ausgefallen waren. Ist RIM jetzt die neue Nokia?

Der kanadische Smartphonehersteller Research in Motion (RIM) gibt erste Lebenszeichen von sich. Wenige Monate vor der Einführung seiner neuen Technologieplattform Blackberry 10 meldete der Konzern leicht gestiegene Quartalserlöse. Der Verlust verringerte sich hingegen deutlich. An der Börse reagierten die Anleger völlig überrascht und pressten den Aktienkurs zeitweise um mehr als 20 Prozent in die Höhe.

Go! Go! Go?

RIM-Boss Thorsten Heins ließ am Donnerstag keinen Zweifel daran, dass vor dem Smartphone-Pionier noch ein weiter Weg liege. Im Zuge der Umstrukturierung des Konzerns werden weltweit 30 Prozent der 16000 Stellen gestrichen. Die Maßnahme soll RIM eine Milliarde Dollar an Kosten einsparen. Kurzfristig drücken die Massenentlassungen aber massiv aufs Ergebnis.

Im zweiten Quartal verlor RIM unterm Strich 235 Millionen Dollar. Um die Restrukturierungskosten bereinigt, belief sich das Minus auf 142 Millionen Dollar oder 0,27 Dollar je Aktie. Analysten hatten auf dieser Basis allerdings mit einem viel größeren Verlust von 0,47 Dollar gerechnet.

Was die Erlöse betrifft, erwiesen sich die Prognosen ebenfalls als zu pessimistisch. Statt 2,5 Milliarden Dollar meldete RIM 2,9 Milliarden Dollar, wobei rund 27 Prozent der Einnahmen aus den USA stammten. Beim Kassenbestand meldete Heins der Börse ein Plus von 100 Millionen Dollar auf insgesamt 2,3 Milliarden Dollar.

RIM die neue Nokia?

Was den Kursverlauf der RIM-Aktie betrifft, dürften sich viele Investoren an Nokia erinnert fühlen. Die Finnen waren wie RIM von den Anlegern abgeschrieben worden, der Aktienkurs brach um mehr als 80 Prozent ein. Erste Anzeichen für eine Geschäftsstabilisierung und die Hoffnung auf den Turnaround an der Seite von Microsoft sorgten dann für einen Kursaufschwung. RIM scheint nach einem Minus von 60 Prozent in den letzten zwölf Monaten nun ebenfalls reif für eine kräftige Gegenbewegung.

Für Zocker

Bei RIM geht zwar die Post ab, allerdings taugt der Titel nur für Zocker. Der Konzern steckt noch immer tief in den Miesen und die jetzt gemeldeten sieben Millionen verkauften Blackberrys schafft Apple in einer Woche. Was einem Trade einen gewisse Sicherheit verleiht: Vom Börsenwert von 3,7 Milliarden Dollar sind 60 Prozent mit Cash unterlegt. Ob der Turnaround gelingt, zeigt sich ohnehin erst Anfang 2013, wenn RIM seine neue Technologieplattform Blackberry 10 ins Rennen schickt.

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