VTG
- DER AKTIONÄR

Renaissance der Schiene

1.000 Kilometer. Etwa so lange wie der Jakobsweg würden sich auch die aneinandergereihten Waggons der VTG AG durch die Lande schlängeln. Doch tatsächlich sind die 47.400 Eisenbahngüterwagen und 4.700 Tankcontainer des seit 28. Juni im Amtlichen Markt notierten Unternehmens weit verstreut.

Das Geschäft rollt so gut wie lange nicht: Der Waggon-Vermieter VTG bewegt sich in einem florierenden Umfeld.

1.000 Kilometer. Etwa so lange wie der Jakobsweg würden sich auch die aneinandergereihten Waggons der VTG AG durch die Lande schlängeln. Doch tatsächlich sind die 47.400 Eisenbahngüterwagen und 4.700 Tankcontainer des seit 28. Juni im Amtlichen Markt notierten Unternehmens weit verstreut. VTG vermietet die Wagen an etwa 1.000 Kunden in 39 Ländern. Und die Firmen aus der Automobil-, Chemie-, Mineralöl- und Papierindustrie benötigen aufgrund des Wirtschaftsaufschwunges immer mehr Kapazitäten.

Auch weil LKW-Maut und steigende Benzinpreise den Transport per Schiene im Vergleich zur Straße günstiger gemacht haben, steigt die Nachfrage nach Eisenbahnwaggons stark an. Das war nicht immer so. Deswegen wurde jahrelang nicht in Waggons investiert; die plötzlich wieder anziehende Nachfrage nach Neuwagen kann daher nun nicht günstig und zeitnah bedient werden. Die logische Konsequenz daraus: Die Vermietung boomt. Vor allem private Eisenbahnverkehrsunternehmen, denen ein Kauf zu kapitalintensiv ist, leihen sich bei VTG immer mehr Waggons.

Geschäft auf Schiene

Ein Aufschwung, der auch in den Geschäftszahlen der VTG AG Einzug hält. 2006 stieg der Umsatz um knapp 20 Prozent auf 519 Millionen Euro, das EBITDA wurde mit 113 Millionen Euro doppelt so hoch als im Vorjahr ausgewiesen. Und es geht weiter: „Wir erwarten nachhaltiges, stabiles Wachstum im europäischen Eisenbahngüterverkehr“, so VTG-Chef Heiko Fischer. Weitere Zuwächse sind insbesondere auch in den Bereichen Roh- und Baustoffe zu erwarteten. Daher hat VTG Ende Juni die Erweiterung seiner Flotte um mehrere hundert Schüttgutwagen für den Transport von Erz, Kohle, Koks, Sand oder Kies angekündigt. Die Renaissance der Schiene ist da. Der permanent zunehmende globale Warenaustausch bei gleichzeitiger Verteuerung und Verstopfung der Straßenverkehrswege ist wie gemacht für VTG. Neben dem operativen Wachstum hat das IPO positive Effekte auf das 2008er-Ergebnis. Auch wegen sinkender Zinsbelastung rechnen die Analysten von UBS im nächsten Jahr mit einem 50-prozentigen Gewinnsprung auf 15 Millionen Euro.

Chancenreicher Einstieg

Seit dem IPO Ende Juni hat sich die Aktie im Vergleich zum Ausgabepreis von 18,00 Euro auf nunmehr 16,50 deutlich vergünstigt. Auch das 2008er-KGV liegt mittlerweile nur noch bei 23. Kein Schnäppchen, aufgrund der überzeugenden Perspektiven jedoch eine Bewertung, die für geduldige Anleger einen chancenreichen Einstieg verspricht.

Kursziel bei VTG: 24,00 Euro. Stopp: 13,40 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 36/2007.

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